8.3.2022 – Düsseldorf: Mahnwache anlässlich des Weltfrauentages zu Missing & Murdered indigenous Girls & Women

hier Ausschnitt aus dem Ausruf, der uns aus Düsseldorf erreichte. Diese Mahnwache steht diesmal nicht unter dem Schwerpunkt “Leonard Peltier”

Am 08. März 2022 tragen wir zum internationalen Frauentag mit unserer monatlichen Mahnwache
wieder die Thematik der Missing und Murdered Indigenous Women and Girls in Kanada und den USA
mit dem REDress-Projekt in die Innenstadt Düsseldorfs.Ort: Düsseldorf, Königsallee gegenüber vom Parkhotel, in der Nähe des Nagels von Uecker (siehe Karten Anhang)
Zeit: Dienstag, 08.03.2022, 17.00 bis 19.00 Uhr

Tragt bitte zum Zeichen der Solidarität wenn möglich etwas Rotes !

Schließt Euch uns an, kommt zur Mahnwache für die Ermordeten und noch Vermissten und ihre Familien.

Wenn noch nicht geschehen, könnt Ihr die folgende Petition unterschreiben und weiter verbreiten:
„Justice for Missing and murdered indigenous women“-Petition auf change.orghttps://chng.it/xwnSyJ6yXh
Hintergründe zu MMIWG und Infos zu Leonard Peltier findet Ihr weiter unten und im Anhang.

Hintergrund zu MMIWG :

In den vergangenen zwanzig Jahren werden über 10.000 Frauen und Mädchen in beiden Ländern entweder vermisst oder wurden ermordet. Sie verschwinden spurlos auf dem Weg nach Hause, werden Opfer von Sexualverbrechen oder häuslicher Gewalt Offizielle Zahlen existieren nicht,  es gibt und gab keine ausreichende Erfassung aller Vermissten- und Ermordetenzahlen, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Denn Vermisstenanzeigen werden meist gar nicht erfasst oder aufgenommen, Suchaktionen meist nur verspätet gestartet, wenn überhaupt.  Wenn Tatorte oder Leichen nicht gefunden werden, ist dies nicht nur in Hinblick auf Spuren und Tathergänge fatal, sondern auch stark belastend für die Angehörigen. Die Familien der Opfer werden oft nicht in die Ermittlungen mit einbezogen, nicht informiert. Ihr Trauma wird verstärkt durch eigens initiierte Suchaktionen. Gewalt an Frauen und die Herabstufung dieser ist immer noch weltweiter Alltag, auch in Deutschland. Es gibt viele Ursachen, viele Krisenherde. Doch bei den Indigenen Nordamerikas begann diese Problematik mit uns Europäern und der Kolonialisierung, dem Genozid an den Natives und der Gleichgültigkeit, den Vorurteilen, dem offenen oder/und hintergründigen Rassismus, der bis heute andauert und den Kontext bildet.
Auf den Mahnwachen wurden wir schon oft gefragt, warum wir uns für Themen einsetzten, die ‘so weit weg sind’, hier gäbe es doch auch genug davon. Der Einwand ist berechtigt, – abgesehen davon, dass Mensch sich hier fragen könnte, wo denn dann alle sind um dafür zu protestieren, – aber Amerika ist aufgrund der Einwanderungsgeschichte eben doch nicht ganz so weit weg von uns. Und die Themen Leonard Peltier und MMIWG brauchen internationale Aufmerksamkeit und Solidarität von uns allen. Denn die Regierungen beider Länder ignorieren diese Themen weitestgehend. Lichtblick ist sicherlich die von US-Innenministerin Deb Haaland gegründete ‘Missing & murdered unit’. Trudeau gibt sich immer betroffen, doch effektive Maßnahmen bleiben aus.  So stellen weiterhin die sogenannten zahlreichen “Man-Camps” nahe der Holz- ,Öl- und Gasarbeiterlager u.a. an Pipelines durch Kanada und die USA hindurch, die nahe an Reservationen vorbei oder durch indigenes Land führen, weiterhin einen alltäglichen Hauptrisikofaktor dar. Rassismus und Vorurteile lassen polizeiliche Behörden gar nicht oder zu spät handeln, hinzu kommen Unterbesetzung und Überforderung. Trampen oder hitch hiking wird u.a. durch die schlechte Infrastruktur erforderlich. Hier steht der Highway auf Tears symbolisch. Täglich erscheinen neue Vermisstenanzeigen im Netz. Es dauert an, tagtäglich.

Und am schlimmsten bei all dem ist die Wahrnehmung der Betroffenen und Angehörigen sie seien bedeutungslos und unsichtbar. Sie begegnen der Ignoranz und der Missachtung mit Gedenkmärschen und  Mahnwachen. Jedes Jahr aufs Neue. Und hier können wir aktiv werden, es ihnen gleichtun und antworten : No longer invisible! Not one more!

Empfehlenswert ist ausserdem das Buch: Highway der Tränen- eine wahre Geschichte über Rassismus und Gewalt an indigenen Frauen und Mädchen von Jessica McDiarmid, sogar auf deutsch herausgegeben vom Traumfänger-Verlag. Hier werden die Zusammenhänge und Hintergründe erläutert.

Daheim und unterwegs Hilfe für Leonard Peltier

Die nächste Mahnwache wird zwar nicht für Leonard sein, dennoch bitten wir Euch für ihn aktiv zu bleiben, damit der internationale Druck aufrecht erhalten werden kann. Wir werden am Mahnwachentag selbst noch einmal gemeinsam Postkarten ans Weiße Haus ausfüllen:

Amnesty International Deutschland hat sich AI USA angeschlossen und nun folgende Aktion für Leonard restarted, bei der Ihr mitmachen könnt, es kostet nur eine Minute eurer Zeit: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/vereinigte-staaten-von-amerika-begnadigen-sie-leonard-peltier-2022-02

Und hier noch ein Beitrag warum es wichtig ist immer wieder eMails und Briefe und Postkarten zu senden:

Leonard Peltier: Warum es wichtig ist täglich an das Weiße Haus u.a. andere US-Regierungsstellen zu emailen, twittern und/oder dort anzurufenMichael KochPosted on 16. Februar 2022

“Ja, ich habe dort schon angerufen…” so eine häufig vernommene Aussage. Und das ist toll und dankenswert und wichtig. Aber es reicht nicht aus, Wiederholung ist angesagt. Weshalb?

Wie wir auch noch nicht allzulange wissen, werden über eingehende Schreiben, Unterschriftenlisten, Postkarten, Anrufe im Weißen Haus Notizen angefertigt. Toll, denken wir. Hatten wir doch Ende 2021 3.532 Unterschriften für Peltiers Freiheit an US-Präsident Joe Biden geschickt. Was wir nicht wussten – dies wird lediglich als ein Schreiben notiert werden und wenn später die Unterschriftenlisten nicht weiter geleitet werden, bleibt es auch dabei. (zur Entwarnung: wir haben die Zusendung der Listen mit Begleitbirefen und eMails an Biden und in Cc weitere Regierungsstellen angekündigt) Ähnlich hätte es auch im Rahmen unserer Postkarten-Aktion 2021 ergehen können. Unsere italienischen Partner sendeten uns deren Paket unterschriebener Karten mit dem Hinweis zu, dass in Italien aufgrund der hohen Portokosten wohl kaum eine Karte abgeschickt worden wäre. Hätten wir die Karten einfach als Paket weiter an das W.H. geschcikt, wäre dies als eine Sendung notiert worden. Wir haben aber alle Karten einzeln frankiert und abgeschickt und somit waren es halt sehr viele Notierungen. Und genauso verhält es sich mit Anrufen, Tweets usw. Also keine Scheu: wer es sich finanziell erlauben kann sollte mal die kommenden zwei oder drei Wochen täglich die Comment Line im Weißen Haus anrufen oder dorthin schreiben und Leonard Peltiers Freiheit in höflicher Form erbitten.

Im Anhang findet Ihr noch einmal alle hier zu notwendigen Adressen und Möglichkeiten.

Hier erneut mögliche Beispieltexte, die Ihr behördlich anpassen könnt, oder Ihr nehmt den Text den Amnesty International zur Verfügung stellte (siehe Petitionsseite oben):

White House:

Dear Mr. President,

I am writing to you with an urgent request to release Mr. Leonard Peltier, Federal Prisoner #89637-132 USP COLEMAN I, Florida, who was recently ill with Covid 19.

Please send Leonard Peltier home – as a proof of compassion and as an act of mercy, in the name of human dignity and human rights, and ultimately as a sign of healing in the relationship between the indigenous peoples living in the United States and the US government. Free him today to save his life!

Please show that you are different from all those Presidents who have come before you. You are the President of all the different, diverse people of the United States. No matter what the colour of their skin, their heritage or culture. But first and foremost, you should be the President of your FIRST Nations. If the basis of your society begins to be strengthened and becomes healthy again you will build up a healthy country that is resilient against all the crises that may come.

Please send Leonard Peltier home. Take a stand, make the difference.

Thank you!

BOP:

Dear Sir or Madam,

I am writing to you with an urgent request to release Mr. Leonard Peltier, Federal Prisoner #89637-132 USP COLEMAN I, Florida, who was recently ill with Covid 19.

I wish to express to you my deepest concern regarding the health situation of  Mr. Leonard Peltier in the Covid-19 pandemic that is continuing to spread at USP Coleman, Florida. Currently, the Covid-19 situation at USP Coleman appears to be worse than ever. You were not able to protect the inmates. You don’t even have enough security precautions in place, such as strict mandatory mask-wearing, booster vaccinations, distancing rules.

The Department of Justice directed you to “prioritize the use of your various statutory authorities to grant home confinement for inmates seeking transfer in connection with the ongoing COVID-19 pandemic.” as part of the CDC guidelines (Correctional and Detention Facilities).This relates especially to vulnerable inmates who have health risk profiles (those over 60 years old or who have underlying health conditions). Mr. Peltier is  77 years old and he has been ill for many years, suffering from many serious health impairments. He IS such a vulnerable person.

Therefore, please save his life and release Mr. Peltier today.

 Time is running out. Leonard Peltier is very ill. And every single day behind prison walls will reduce his chance of leaving it alive. He is a grandfather, a father. He has a large family outside this prison, a community, a home where he could go to. He could and would spend the rest of his days with his family and would play a valuable part in his community as an elder, especially for the youth.  He has been a real model prisoner during all these endless years. He is a peaceful, respectful man; he is definitely not a threat to the public.Mister Peltier has truly served his sentence, even if his conviction was more than doubtful. 46 years are enough, with over 16,812 days in high-security penitentiaries, at times in solitary confinement, far away from his family and homeland.

Please send Mr. Leonard Peltier home now! Thank you

DANKE FÜR EUER ENGAGEMENT !

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