Infostand zu Leonard Peltier beim Powwow in Grimma

Nach dem erfolgreichen Aktionswochenende haben unsere Vereinsmitglieder Elke und Holger Zimmer über Pfingsten einen weiteren erfolgreichen Infoevent durchgeführt. Erneut den engagierten Organisatorinnen unser Dank. Hier in Auszügen ihr leicht überarbeiteter Bericht:

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Grimma-Powwow ehrt Leonard Peltier

Die Vergangenheit ist in Grimma allgegenwärtig. Hier hat Gojko Mitic seine Visitenkarte abgegeben, ein jugoslawischer Schauspieler, der vor fast genau 40 Jahren neben dem vor allem in der BRD bekannten Winnetou-Darsteller Pierre Brice in der Karl-May-Verfilmung   „Unter Geiern“ mitgespielt hat und kurz danach über Jahre hinweg bei der ostdeutschen Filmfirma Defa in mehr als einem Dutzend Indianerfilmen mitwirkte – Filme jenseits der John-Wayne-Western, Filme, in denen die Indianer nicht als Mörder, Vergewaltiger und Trunkenbolde dargestellt worden sind, sondern als Menschen, die sich gegen Freiheitsberaubung und Unterjochung gewehrt haben. 2010 ging auf dem Gelände von Jörg „Joe“ Dieckes Bison-Company beim Powwow keine Nadel mehr zu Boden, als Mitic Ehrengast war. Und noch heute sagen die Hobby-Indianer aus Leidenschaft: „Durch Gojko sind wir das geworden, was wir sind.“

Vier Jahre später. Die Temperaturen liegen jenseits der 30-Grad-Marke und „Joe“ Diecke spricht nach dem großen Einmarsch darüber, dass das Powwow einem gewidmet ist, der seit 38 Jahren und vier Monaten im Gefängnis des selbsternannten Weltgendarmen USA sitzt: Leonard Peltier….Diecke redet in bewegenden Worten davon, wie nach der Besetzung von Wounded Knee 1973 in der Pine-Ridge-Reservation in Süd Dakota der Terror weitergegangen ist und 60 Indianer starben. Wie die traditionellen Lakota 1975 die amerikanische Indianerbewegung AIM zu Hilfe riefen und wie es dann zur Schießerei bei Oglala kam, bei der nicht nur zwei FBI-Agenten starben, sondern auch der AIM-Aktivist Joe Stuntz. Und es ist zu hören, wie das Recht mit erpressten Zeugenaussagen und zurückgehaltenem ballistischen Gutachten zur angeblichen Tatwaffe vergewaltigt wurde, um Peltier hinter Gitter zu bringen. Beim anschließenden Powwow wehte das Banner des Vereins Tokata Leonard-Peltier-Support-Group Rhein/Main über dem Eingang zum Festplatz und der Geist des amerikanischen Mandela schwebte bei den Tänzen durch die Arena. Viele hatten bereits eine Woche zuvor beim Karl-May-Fest in Radebeul mit ihrer Unterschrift Freiheit für Leonard Peltier gefordert, viele der Besucher unterstützten diese Forderung des Vereins in Grimma. Manche erzählten, dass sie sich schon vor 40 Jahren mit der AIM solidarisiert und Kartengrüße nach Amerika geschickt hatten. Möge Peltier endlich Gerechtigkeit widerfahren, wünschten sie. Das dürfte eigentlich auch im Sinne der USA sein. Denn jeder Tag, den die Stimme des indianischen Amerikas, Leonard Peltier, länger hinter Gittern verbringt, hält den Vereinigten Staaten einen Spiegel vor, in dem der Völkermord an den Indianern in den USA, das Unrecht an allen politischen Gefangenen in Amerika und die weltweit begangenen Verbrechen allgegenwärtig bleiben. Danke „Joe“ und seinem Verein, danke allen Unterstützern.

 

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