Warum wir die Proteste gegen den letzten Castortransport unterstützten

Als vergangene Woche begleitet von einem polizeilichen Großaufgebot von 11.000 Polizisten 6 Castoren den Weg von Sellafield nach Biblis zum dortigen Zwischenlager fanden, fanden bundesweit kleinere Protestaktionen statt. Auch als Vertreter*innen von TOKATA-LPSG RheinMain haben wir uns an den Aktionen beteiligt: in Biblis selbst und direkt an der Castorstrecke in Hanau, wo wir dann einen tatsächlich freundlichen Platzverweis durch die Bundespolizei vom Bahnsteig Hanau-Wolfgang erhielten, aber eine alternative Proteststelle direkt an der Bahnlinie erlaubt bekamen (tatsächlich Dank an die Beamt*innen vor Ort). Nun, wir finden es richtig und wichtig, dass Deutschland in letzter Konsequenz seinen Atommüll selbst zwischen- und endlagert. Nukleartransporte nach Osteuropa und anderswo mit dem von uns verursachten Atomschrott sollten verhindert werden. Und schon gar nicht sollte unser Wohlstandsschrott wieder in ungesicherten Lagern indigener Lebensräume landen. Also weshalb dann unsere Beteiligung an den Protesten?

Vor der Personalienfeststellung und dem Platzverweis in Hanau-Wolfgang

Wir sehen vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte immer wieder die Versuche der Nuklearlobbyist*innen, ein Return der Atomenergie herbei zu argumentieren. Außerdem wird in Deutschland unbefristet Uran verarbeitet. Der atomare Wahnsinn ist also längst nicht beendet. Als Aktivist*innen an den Schnittstellen Umwelt & Menschenrechte verfolgen wir aber seit Jahrzehnten die Auswirkungen der Uranindustrie für Indigene. In deren Lebensräumen liegen ein Großteil der Uranminen. Und dort findet daher seit Jahrzehnten ein elendes Sterben und Erkranken an den Folgen nuklearer Krebserkrankungen statt. Fachliteratur gibt es hierzu in ausreichendem Maße, also sage niemand, er/sie habe davon nichts gewusst. Und auch in unserem Buch “Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand” (M. Koch/M. Schiffmann, Traumfänger Vlg.) haben wir hierüber ausgiebig an verschiedenen Stellen berichtet bzw. dies u.a. auch zum Thema der letzten Lesereise (Resist-Tour in Garzweiler, Hambacher Wald, Dannenröder Wald ….) und Reden (Keyenberg) gemacht. Und daher werden wir den Anti-Atomwiderstand weiter unterstützen, hier und anderswo.

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