Bericht zur Tour Mitch Walking Elks

Elke und Holger Zimmer von der Tokata-LPSG RheinMain – Ostgruppe haben neben ihrem emsigen Engagement für Leonard Peltier auch 2019 wieder Touren indigener Musiker durch die östlichen Bundesländer organisiert und zum Teil auch begleitet. Anbei ihr Bericht zur diesjährigen Tour des Cheyenne-Arapaho-Musikers Mitch Walking Elk mit kleineren Änderungen. Vielen Dank euch beiden.

Nicht enden wollenden Applaus hat Mitch Walking Elk bei seinen 13 Konzerten zwischen Erzgebirge und Ostsee eingeheimst. Und meist war nicht nach der Zugabe des Schlafliedes „Lakota Lullaby“ Schluss, sondern erst nach dem Victory-Song des American Indian Movement (AIM): Der Resonanzkörper der Gitarre verstärkte das Klopfen der Finger so, als wäre der Trommelschlag über die einst grenzenlosen Prärien zu hören. Dabei ist der 68-Jährige nicht gerade für das Verbreiten von Klischees über Indianer bekannt und betont denn auch: Wir Indigenen feiern nicht den Columbus-Day, die Entdeckung Amerikas durch Europäer, sondern das Überleben angesichts von 500 Jahren Kolonialismus und Unterdrückung.

Es sind fantastische Songs und mit im Repertoire ist auch jene Komposition, die Mitch vor zweieinhalb Jahren zum 80. Geburtstag von Dennis Banks gesungen hat, dem inzwischen verstorbenen Mitgründer des AIM. 4000 KiIometer hat Mitch in zwei Wochen im Auto zurückgelegt. Und auch das einzige Open Air im Radebeuler Jägerhof im Paradies überstand er am 3. Oktober ohne Regen, aber bei nur zwölf Grad Celsius und hatte auch noch Spaß dabei. Angesichts der Akustik der Gosecker Schlosskirche geriet er regelrecht ins Schwärmen. Die Bergwitzer Kirche überraschte mit ihrer Ausmalung. Und stimmungsvoll ging es überall zu. Die Auftritte im KlangAtrium Schmadebeck bei Bad Doberan an der Ostsee, in der Kulturfabrik Langewiesen in Thüringen und im Festsaal des Schlosses Burgwerben bei Weißenfels waren aber schon wegen der Anzahl der Besucher herausragend. Der Funke sprang sofort auf die Gäste über. Sichtlich gut taten Mitch die Gespräche mit alten und neuen Fans und am Ende konnte er sogar über die Probleme mit dem Anlasser seines Pkw lachen, zumal er kräftige Anschieber fand. Eine unvergessliche Übernachtung gab es für ihn übrigens im Lebensgut Samtens/Frankenthal: Er konnte in einer gut beheizten Jurte schlafen, einem mongolischen Zelt.

Ein Dankeschön geht an alle Organisatoren, Veranstalter, die nicht das erste Mal geholfen haben und jene, die den Musiker bereits mehrfach  bei sich haben übernachten lassen: Simone und Steffen Post, Grit und Sven Einsiedel, Regina und Winnie Vahldieck, Simone Brandt, Marion Großer, Christina Conrad, Sylvia und Albrecht Ziegler, Hubert Schmoranzer, Christian Becher und Robert Weinkauf, der Filmaufnahmen produziert und die Beleuchtung zur Verfügung gestellt hat. Aber auch der Verein Tokata – Leonard Peltier-Support-Group Rhein/Main konnte über den seit 43 Jahren und neun Monaten Inhaftierten informieren, Unterschriften sammeln sowie Flyer zu verschiedenen Projekten zugunsten Indigener Nordamerikas verteilen. Und: Erstmals haben wir bei einer solchen Tour schon nach wenigen Minuten ein neues Vereinsmitglied gewonnen.  Elke und Holger Zimmer

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