Aktionsberichte vom 6.2.2016

1.LeipzigHier Berichte unserer Aktionen zum 6.2.2016 aus Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main:

Mahnwache und Infostände in Leipzig und Berlin

40 Jahre Ungerechtigkeit und barbarische Haftbedingungen. 40 Jahre Hoffen und Bangen. 40 Jahre warten auf Gerechtigkeit. 40 Jahre gesundheitliche Probleme samt   lebensgefährlicher Situationen. 40 Jahre Attacken durch Mitgefangene und ein Mordkomplott. 40 Jahre Willkür und Schikanen. 40 Jahre ohne Jahreszeiten, Sonne, Regen, Wind. 40 Jahre fern von Familie und Freunden. 40 Jahre Geiselhaft für die Rechte der Indigenen Amerikas und der gesamten Welt. So ist die Lebenssituation von „Amerikas Mandela“, wie er genannt wird, seit 1976 auf der Seite der Leonard-Peltier-Support-Group Rhein/Main (LPSG) treffend beschrieben.

2.Leipzig

3.Berlin

aussch 3tDer Infostand   der Ostunterstützer in den Abendstunden des 6. Februar anlässlich des 40. Jahrestages der Inhaftierung des indigenen Bürgerrechtlers Leonard Peltier in unmittelbarer Nähe von US-Botschaft und Brandenburger Tor konnte sich sehen lassen. Rückblende: Vier Jahre vorher hatten wir hier als Gäste schon mal gestanden, uns in der sibirischen Kälte bei einer von der Berliner Mumia-Gruppe hervorragend organisierten Veranstaltung eiskalte Füße geholt. Es war so etwas wie unser Start zum Free-Peltier-Marathon, dessen Ende nicht absehbar ist. Diesmal waren es erträgliche Temperaturen und wir hatten kaum aufgebaut, da kamen Manfred Scharfenberg und Jasper Oelze. Die betagten Mitglieder der Linkspartei waren sofort dabei, als es galt, neben dem LPSG-Banner eine Free-Peltier-Buchstabenkette zu bilden. Sie verabschiedeten sich überschwänglich, äußerten ihre Freude darüber, dass sich auch 40 Jahre nach Peltiers Inhaftierung noch jemand für ihn   interessierte, so wie sie es tun. Dann kam Lutz E. Zerowsky mit Stirnband und Handtrommel. Und schließlich brachte Sabine Brettfeld einen Beutel voll mit der tagesaktuellen Jungen Welt mit, die sie verteilte. Bei uns jedenfalls war das JW-Erstleserecht am Morgen noch nie so umkämpft gewesen wie diesmal. Immerhin hatte die Zeitung doch ganzseitig des 40. Jahrestages von Peltiers Inhaftierung gedacht. Inbegriffen war ein Interview mit Michael Koch, LPSG-Vorsitzender, zum Buch „Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indigene Widerstand“, das zur Leipziger Buchmesse erscheinen soll.

 

Berlin war der emotionale Höhepunkt, zu dem übrigens Christine Brelowski extra aus Braunschweig anreiste, Leipzig in den Mittagsstunden der Aufgalopp. Aber einer, der es in sich hatte. Hans-Jürgen Schaller war wieder aus Glauchau zum Generalkonsulat gekommen, Vahldiecks kamen trotz umfangreicher Renovierungsarbeiten daheim zu dritt aus Staßfurt. Doch auch wenn unser anvisiertes (Kampf-)Ziel von zehn Teilnehmern nicht ganz erreicht wurde, weil Krankheit und Arbeit einige am Kommen gehindert hatten, wir sind nicht unzufrieden. Immerhin: Zum 40. Jahrestag der Schießerei am 26. Juni im vorigen Jahr standen wir noch zu dritt am Generalkonsulat. Man lernt auch mal einen Menschen kennen, an den wir sonst nur Rundmails verschicken und der diesmal trotz gesundheitlichen Handicaps gekommen ist. Es ist jedenfalls wundervoll, dass jemand, den man in einem Konzert des American-Indian-Movement-Mitglieds Mitch Walking Elk getroffen haben, auch bei einer politischen Aktion am US-Generalkonsulat Farbe bekennt. Für die Freiheit von Leonard Peltier. Der Kampf geht weiter und hoffentlich mit allen, die uns am Samstag so selbstlos direkt unterstützt haben, allen, die diesmal nicht kommen konnten und den vielen, die mit dem Herzen dabei waren.

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Frankfurt am Main:  Mahnwache, Infostand, Open Air – Kino und -Konzert

An sich ist eine Mahnwache vor dem Frankfurter US-Generalkonsulat eine sehr undankbare Aktion. Das Konsulat liegt am Rande Frankfurts in einer mehr oder minder unbewohnten Straße ohne Fußgänger- und kaum Autoverkehr. Das Konsulat grenzt vorderseitig an die hintere Mauer des Frankfurter Hauptfriedhofs und liegt in einem ehemaligen Militärgelände. Kurz: Aktionen hier sind Insidertreffen ohne Informationsgehalt für andere Bürger. Aber immerhin müssen solche Aktionen nach Washington gemeldet werden. Für knapp 2 Stunden fanden sich immerhin 17 Aktivistinnen ein, um mit zahlreichen Bannern, Livemusik und Reden auf das Schicksal des politischen Gefangenen hinzuweisen. Dabei wurden neben dem Statement Leonard Peltiers zu seiner 40-jährigen  Inhaftierung auch Statements von Mumia Abu-Jamal und ein Extra-Grußwort an die deutschen Unterstützer, das Peltier noch in der Nacht zuvor an Michael Koch gemailt hat, verlesen.  Um 17 Uhr wurde dann eiligst zusammengepackt, um dann ab 17:30 Uhr in der Frankfurter Innenstadt zu sein.

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Hier auf der Zeil an der Hauptwache, Frankfurts Zentrum und Hauptfußgängerzone, waren noch viele Menschen unterwegs. Die Dunkelheit ausnutzend bauten wir Leinwand und Beamer auf, um dann im 20-Minuten – Takt abwechselnd die Peltier -Filme “I Will 4b & 6” des Human Rights Action Centres Washington zu zeigen, über Lautsprecheranlage Livemusik zu präsentieren und um Redebeiträge zu halten. Am Infotisch lagen Unterschriftenlisten und Infomaterial aus, mehrere Leute verteilten Flugblätter und führten zahlreiche Gespräche mit interessierten Passanten. Bereits von weitem lockten die vielen Banner, die Livemusik und die Filmleinwand neugieriges Publikum unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Herkunft an.

Alles in allem: beide Aktionen in Frankfurt waren richtig und wichtig. Wir waren danach einerseits zwar zufrieden, gleichzeitig aber emotional auch sehr mitgenommen. Aber eines ist sicher: unser Kampf geht weiter: free Leonard !!!!

Wir danken allen UnterstützerInnen in Leipzig, Berlin und Frankfurt, die vor Ort waren. Wir grüßen die Unterstützer in Irland und Spanien, die ebenfalls viele Aktionen durchführten. Und ein spezieller Gruß an Madonna Thunder Heart, die gerade in Irland zu Gast ist.

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