Interview mit Mitch Walking – Elk anlässlich des 71. Geburtstags von Leonard Peltier

Anlässlich des ersten mitteldeutschen Native American Days in Halle hier ein Interview mit dem Cheyenne – Arapaho Musiker und AIM – Aktivisten Mitch Walking Elk anlässlich Leonard Peltier 71sten Geburtstags am  12.9.2015

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 Mitch Walking Elk (2ter von links) mit Wade Fernandez und Claudia Weigmann-Koch von Tokata-LPSAG RheinMain 2015 in Seligenstadt.

Der Cheyenne-Arapaho Mitch Walking Elk aus den USA ist diesen Samstag, dem 12. September ab 18.30 Uhr in der Pauluskirche in Halles Norden zu erleben. In einem  Konzert erklingen seine Protestsongs im Folk-, Blues- oder Rockgewand beim 1. Mitteldeutschen Native American Day, dem Tag der amerikanischen Ureinwohner. Er spielt dabei  für die Freiheit des seit fast 40 Jahren unschuldig inhaftierten Leonard Peltier, der an diesem Tag 71 Jahre alt wird. Außerdem wird aus einem Buch Peltiers  gelesen und es ist eine Filmdokumentation über ihn zu sehen. Interview mit Mitch Walking Elk (Quelle: Mitteldeutsche Zeitung).

Seit Jahrzehnten haben sich Menschen wie Nelson Mandela oder Harry Belafonte erfolglos für  Leonard Peltiers  Freiheit eingesetzt.  Gibt es Hoffnung?

Mitch Walking Elk: Die gibt es immer. Wenn man aber die Fakten betrachtet, dann spricht die Regierung der Vereinigten Staaten zwei Sprachen. Ich denke, dass sie sich bei Mandela für dessen Freilassung eingesetzt hat, bei Peltier aber dafür, dass man ihn im Gefängnis behält. Beide Männer haben jedoch für  die Freiheit ihres Volkes gekämpft.  Die USA glauben an ihre eigene hohe Moral, aber im Fall Peltier will sie  davon nichts wissen. Etwas für ihn zu tun, ist  wichtig und richtig.

 

Wie schwer ist das für Sie?

Mitch Walking Elk:  Die politischen Autoritäten wollen Leonard im Gefängnis behalten. Die haben natürlich auch jene im Auge, die helfen. Und dennoch versuchen wir es immer wieder.

 

Sie sind wie Peltier Mitglied des American Indian Movement (AIM). Als Sie erstmals von der amerikanischen Indianerbewegung gehört haben, saßen Sie  im Gefängnis…

Mitch Walking Elk: Das war einige Zeit nach der Besetzung von Wounded Knee 1973, dem Ort des letzten Massakers an Indianern. AIM hat mir geholfen, mein Leben zu ändern, hat mir gezeigt, dass es das eine ist zu kämpfen, aber dass es noch wichtiger ist, einen spirituellen Weg zu gehen, um sich für sein Volk einzusetzen.

 

Brauchen die Native Americans, wie sie in den USA heißen, heute viele Peltiers, um den indianischen Weg erhobenen Hauptes zu gehen, den traditionellen Weg ohne Alkohol und Drogen?

Mitch Walking Elk: Es ist eine Ehre, ein Native zu sein und eine Verantwortung wahrzunehmen. Manche gehen durchs Leben, ohne  das zu tun. Für uns ist es wichtig, auf den Schöpfer zu hören. Unser Leben ist inzwischen kein Kampf mehr wie 1973, aber einfach ist es nicht.

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