Muss der Verzicht auf russische Kohle den Rückgriff auf kolumbianische Blutkohle bedeuten?

….denn das wäre dann so etwas, wie den Teufel mit dem Beltzebub auszutreiben! Tatsächlich haben wir auf dieser Homepage bereits des Öfteren über den Zusammenhang von Umweltzerstörung und Menschenrechtsvebrechen anhand des Beispiels kolumbianischer Kohle berichtet. Und auch bei vielen unserer Vorträge, Kundgebungsreden und Lesetouren sind wir auf dieses Thema näher eingegangen, denn tatsächlich ist die blutige Dimension kolumbianischer Kohle ungeheuerlich. Nein, wir wollen und werden nicht die Gräuel der russischen Armee an der ukrainischen Bevölkerung gegen die Gräuel an der indigenen Bevölkerung Kolumbiens im Kontext mit dem Kohleabbau gegenüber stellen. Wie alle Formen eines solchen Relativismusses ist dies für uns indiskutabel. Doch als Menschenrechtler*innen halten wir den (verstärkten) Rückgriff auf kolumbianische Kohle für unvertretbar. Im 20. Jahrhundert bedeutete der Kohleabbau in Kolumbien für Indigene massenhafte Vertreibung und Zwangsumsiedlung (weit über 100.000 Personen) sowie massenhafter Mord (teilweise wird hier von mehreren zehntausenden Morden) ausgegangen.

Anbei ein Artikel aus der TAZ vom 2. Mai 2022. Wir überlegen als Verein eine Briefaktion an Wirtschaftsminister Habeck und Bundeskanzler Scholz.

https://taz.de/Umstrittene-Kohle-aus-Kolumbien/!5851664/

weiterhin zum Thema “Indigene & kolumbianische Kohle”:

https://www.watson.de/nachhaltigkeit/watson%20live%20dabei/158831969-indigenes-volk-protestiert-mit-deutschen-klimaaktivisten-gegen-kohleabbau

https://amerika21.de/2019/09/230952/genozid-indigene-kolumbien

Buch:”Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand” (M. Koch/M. Schiffmann, TraumFänger Vlg. 2017, S. 326-327)

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