Resist-Tour heute & Rückblick auf die letzten Tage

Resist-Tour heute & Rückblick auf die letzten Tage

Ob es heute eine Veranstaltung im Rahmen der Resist-Tour (9te. Lese- & Vortragstour zu “Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand) beim Ende Gelände Camp geben wird, ist bislang noch unklar. Eine Planung wurde durch die ständigen polizeilich-staatlichen Repressionsversuche, nämlich die Camps zu räumen, erschwert. Wir werden dies spontan handhaben, daher im Moment noch keine Angaben hierzu. Dafür werden wir sicherlich an den FridaysforFuture-Klimastreikaktionen teilnehmen, und zwar in Mönchengladbach. Außerdem zeichnen sich weitere Resist-Tour-Termine ab. Dazu näheres nächste Woche. Soweit zum heutigen Tag.

September 2020, vorm Hessischen Landtag bei der Demo gegen die Rodung im Dannenröder Wald

Rückblick: Die RESIST-Tour war wohl die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt und an den richtigen Orten. Das Ziel, nämlich Information, Agitation und Empowerment der Aktivist*innen vor Ort (danke, dass es euch gibt) damit bewirken zu wollen, scheint aufzugehen. Ob im Dannenröder Wald, bei der Mahnwache 277 bei Lützerath oder gestern Abend im Hambacher Wald, dies waren schon ganz besondere Lese- & Vortragstage an den Hotspots ökologischen Widerstands hierzulande. Die Veranstaltungen, jede anders und doch auch ein bisschen gleich bestanden aus einem Mix aus freiem Vortrag (im Hambi alles auf englisch, da viele externe Unterstützer*innen vor Ort waren), Lesung und Songs, an der L 277 zusätzlich noch Videoeinspielungen. Inhaltlich bestanden die Präsentationen aus zwei Teilen: a.) Zum Zusammenhang von Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und anhaltender Völkermordpolitik gegen Indigene, wobei immer wieder dann auch die Bezüge zu uns hier in Deutschland hergestellt wurden, frei im Sinne, dass wir hier von den Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen dort mit unserem lifestyle profitieren.

Somit sollte auch eine Solidaritätsbrücke zu Aktivist*innen aus dem indigenen Widerstand hergestellt werden, die ihrerseits zahlreiche Grußbotschaften an die Aktivist*innen sowie deren Unterstützer*innen im Dannenröder Wald, im Hambacher Wald und von Alle Dörfer Bleiben, Ende Gelände usw. uns mit auf die Reise gaben und die wir auch überbrachten. Ebenso einen eigens verfassten Brief von Leonard Peltier an die Beschützer*innen und Verteidiger*innen der Wälder und Dörfer. Im zweiten Teil der Vorträge ging es dann eher um Leonard Peltier und die Hintergründe dessen Inhaftierung sowie dessen aktuelle Situation und über unseren Kampf, Peltier aus den Klauen eines pervertiert-rassistischen unmenschlichen Justizsystems in den USA zu befreien. Alles untermalt mit Buchzitaten und Live-Musik. Unterschiedlich verlief die Mahnwache in Düsseldorf vorm Hauptbahnhof. Hier stand vor allem Leonard Peltier im Vordergrund und entsprechend waren Vortrag und Songs. Doch auch hier gab es Menschen, die trotz Feierabends länger stehen blieben und sich solidarisch in Unterschriftenlisten eintrugen oder spendeten. (Dank an Jennifer, die seit Juni 2020 diese monatlichen Mahnwachen organisiert und in Zusammenarbeit mit der GfbV durchführt)

Bleibt zum Schluss anzumerken, dass es wohl für nahezu alle Beteiligten, d.h. Vortragende sowie Gäste, Abende der Solidaritäts- und Empowermenterfahrungen waren und auch Momente, in denen die unterschiedlichen politischen Widerstands – Diskurse (Ökologie, Menschenrechte, Antikolonialismus und -rassismus, globale Antikapitalismuskritik, soziale Fragen usw.) verbunden wurden. Und nur auch so lässt sich ein Systemwandel perspektivisch denken und umsetzen. Nehmen wir alle Energie zusammen, vor uns liegen lange und harte Kämpfe, bestimmt auch Rückschläge. Doch wie sangen einst TON STEINE SCHERBEN – “die letzte Schlacht gewinnen wir”. Und daher wird die RESIST-TOUR auch fortgesetzt.

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