News zur Keystone XL-, Atlantic Coast- und Dakota Access Oil Pipeline sowie zum Kampf gegen die Verwendung indigener Symbole und Namen als Markennamen

Das zähe Engagement indigener Aktivist*innen sowie deren Unterstützer*innen aus dem In- und Ausland weist Erfolge auf.

So verfügte am 6.7. ein Gericht im US-.Bundesstaat Montana den Baustopp für die Keystone-XL-Pipeline. Am gleichen Tag hat ein US-Gericht im District of Columbia die vorübergehende Schließung der Dakota Access Oil Pipeline angeordnet. Und für die Atlantic Coast Pipeline hat deren Betreiber, der Energiekonzern Dominion & Duke am 5.7. bekanntgegeben, dass er die Baupläne des Pipeline-Projektes aufgeben wird. (mehr Infos hierzu u.a. https://www.jungewelt.de/artikel/381905.standing-rock-sioux-stopp-f%C3%BCr-dakota-pipeline.html und https://www.jungewelt.de/artikel/381905.standing-rock-sioux-stopp-f%C3%BCr-dakota-pipeline.html sowie https://taz.de/Niederlagen-fuer-US-Oelindustrie/!5698428/ sowie zwei Texte am Ende dieser Nachricht. (von Madonna Thunderhawk – Lakota Peoples Law Project & Interview mit LaDonna Brave Bull Allard aus Direct Now, übersetzt von J. Heiser für jW)

Im Kontext der Antirassismusproteste gerät nun auch die Debatte um den Missbrauch indianischer Namen und Symbole wieder in Bewegung. Seit vielen Jahrzehnten ist dieser Kampf um die “Maskottchen” in Sport und Business auch Thema des American Indian Movements ( http://www.aimovement.org/ncrsm/index.html ). Eines der bekanntesten Beispiele stellen hierfür die Washington Redskins dar. Bleibt abzuwarten, ob es nun tatsächlich zu ersten Änderungen kommt (mehr hierzu: https://taz.de/Football-und-Rassismus/!5693970/

Lakota Law

Dear Dr. Michael,

I have great news: this morning, District Court Judge James Boasberg ordered the Dakota Access Pipeline (DAPL) to be shut down within 30 days! In this momentous ruling, Judge Boasberg found that the Army Corps of Engineers failed to fully consider the environmental impacts of Energy Transfer’s crude oil pipeline, and that there were too many safety concerns to allow its continued operation. While this order only shuts DAPL down for 13 months while the Army Corps completes additional environmental assessments and safety planning, there is a good chance that when the oil is drained in 30 days, that oil will never flow again! 

Shares in DAPL’s parent company—Energy Transfer Partners—dropped 7% today.

We commend the Standing Rock Sioux Tribe, the Cheyenne River Sioux Tribe, and their legal team at EarthJustice for years of dedication and persistence in this struggle to defang the Black Snake. And we are proud of the amicus brief that our legal team submitted in the lead up to this decision. We’re also elated that Judge Boasberg cited many of the questions we and our allies have raised since the beginning of the NoDAPL struggle. First, that it’s simply wrong to conduct an environmental assessment of a pipeline after it’s already been built. Second, that DAPL’s leak detection abilities are so poor it could be leaking more than 6,000 barrels of oil every day without detection, and Energy Transfer’s abysmal pipeline safety record raises that risk even further. Third, that there is no proper cleanup plan for a wintertime spill, when freezing Dakota winters make response the most difficult. Boasberg even went one step further, concluding that the drop in oil demand due to the COVID-19 pandemic makes shutting down the pipeline now less harmful to North Dakota’s economy.

So what comes next? First, Energy Transfer has to drain and shut down DAPL by August 6th. The Army Corps of Engineers then has 13 months to further study potential pipeline leaks and the dangers they pose. This ruling could still be appealed in the Federal District Court of D.C., but our analysis tells us that such an appeal is unlikely to succeed. 

Thank you to each and every one of you for your tireless support, and for staying with us throughout this journey.

Wopila tanka — Thank you for standing with us to protect our water, our land, and our families!

Madonna Thunder Hawk
Cheyenne River Organizer
The Lakota People’s Law Project

P.S. This has truly been a week of good news: just yesterday the Atlantic Coast Pipeline, slated to run from West Virginia to North Carolina, was canceled. In a joint statement, Dominion Energy and Duke Energy cited ongoing delays, expected cost increases, and legal challenges from environmental and other groups as threats to the project’s viability. The trend away from fossil fuels is becoming stronger with each passing day, thanks to your activism and the support of so many others like you. 

Lakota People's Law Project

Lakota People’s Law Project
547 South 7th Street #149
Bismarck, ND 58504-5859

The Lakota People’s Law Project is part of the Romero Institute, a nonprofit 501(c)(3) law and policy center. All donations are tax-deductible.

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»Es geht darum, wie wir in Zukunft leben werden«

Widerstand lohnt sich: Aktivisten protestierten erfolgreich gegen Pipelineprojekt. Gespräch mit LaDonna Brave Bull Allard

Von Amy Goodman und Juan GonzálezDas hier gekürzt erscheinende Interview führten Amy Goodman und Juan González am 7.7.2020 für den US-Nachrichtensender Democracy Now! Übersetzung: Jürgen Heiser

LaDonna Brave Bull Allard (2te v. l.) beim Besuch der Frauen- und Umweltorganisation Women’s Earth and Climate Action Network (WECAN) bei der Deutschen Bank Frankfurt am Main im Rahmen der Divest Kampagne gegen Investitionen in Pipeline-Projekte, eine Aktion vor Ort unterstützt von Tokata-LPSG RheinMain e.V. – Oktober 2017 (v.l.n.r. Michelle Cook, LaDonna Brave Bull Allard, Jackie Fielder, Tara Houska, Osprey Orielle Lake; photo by Michael Koch)

Was sagen Sie zu dem Urteil von US-Bundesrichter James Boasberg, wonach die »Dakota Access Pipeline« – zumindest vorläufig – stillgelegt werden muss?

Hatten Sie jemals einen Traum, der wahr wurde? So war es für mich, als ich an dem Tag aufgestanden bin. Ich bin immer noch überwältigt. Wenn ihr wüsstet, wie sehr ich mein Zuhause liebe, wie sehr ich mein Land und meinen Fluss liebe: Für mich ist es ist die großartigste Sache der Welt. Mir ist klar, dass gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt werden wird und dass es noch ein weiter Weg ist, aber deswegen sind wir hier. Es geht nicht darum, wer recht oder unrecht hat. Es geht darum, wie wir in Zukunft leben werden. Für mich waren die letzten vier Jahre sehr hart, und deshalb ist dies ein großer Segen für mich. Ich bin den Richtern, dem Stamm der Standing Rock Sioux, den Anwälten und jedem Wasserschützer, der sich an den verschiedenen Fronten gegen die Pipeline eingesetzt hat, überaus dankbar für die Unterstützung.

Hatten Sie erwartet, dass der Kampf so lange dauern würde? Insbesondere Sie als Historikerin Ihres Stammes, die sich fragen muss, wie sich diese Auseinandersetzung in die Geschichte Ihres Volkes einfügt?

Ich hätte nicht gedacht, dass sich all dies so entwickeln würde. Ich hielt mich an das Prinzip »Befolge das Gesetz«. Das Gesetz besagt, dass wir heilige Stätten, Grabstätten und traditionelle Kulturgüter schützen müssen. Und dass bei so einem Bauvorhaben eine dem Gesetz entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss. Ich nahm einfach an, dass auch die Verantwortlichen dem Gesetz folgen würden. Dies ist jedoch die erste Bundesbehörde und »Energy Transfer Partners« das erste Unternehmen, mit denen ich zu tun hatte, die sich nicht an das Gesetz halten. Dass ich mich mit Korruption solchen Ausmaßes befassen musste, hat mich schockiert.

Hätten Sie vor dem Beginn des Widerstandes am 1. April 2016 je gedacht, dass so viele Menschen kommen würden, nicht nur zu Ihrem Stück Land, das zum Widerstandscamp »Sacred Stone Camp« wurde, sondern auch zum »Red Warrior Camp« und zu so vielen anderen? Wie wird sich dieser Aktivismus Ihrer Meinung nach jetzt äußern?

Als ich anfing, mit Menschen von überall her zu sprechen, begriff ich, dass die Zeit reif ist für Veränderung. Jetzt ist der Moment dafür. Wir dürfen mit der Erdöl- und Erdgasindustrie so nicht weitermachen. Wir müssen die Schäden beseitigen und die Erde wieder heilen. Das ist das Wichtigste, was wir tun müssen, um zu überleben. Zum Leben brauchen wir reines Wasser und eine saubere Umwelt. Wer Geld über das Leben stellt, begeht Unrecht.

Der gestrige Sieg folgte auf einen Kampf, dem Sie in den zurückliegenden Jahren Ihr Leben gewidmet haben. Wir wünschen Ihnen beste Gesundheit, da Sie derzeit gegen einen Hirntumor kämpfen. Sie sind eine Inspiration für so viele Menschen. Was möchten Sie denen sagen?

Wir stehen erst am Anfang dieses Kampfes. Ich ermutige alle, weiter zu widerstehen. Wir müssen für Gerechtigkeit sorgen in dieser Welt, Rechenschaft muss abgelegt werden. Ich bin fest überzeugt, dass wir das System mit diesen beiden Hauptbestandteilen zum Besseren verändern können. Wir brauchen ein besseres Gesellschaftssystem in Amerika, in dem alle gleich sind. Es muss aufhören, dass wir als Ureinwohner in unserem eigenen Heimatland unsichtbar sind. Wir können helfen und euch lehren, Land und Wasser zu lieben.

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