Über uns

16. Januar 2011

Kurzinfo zu Vereinszweck und Vereinszielen:

Das Wort TOKATA stammt aus der Lakota-Sprache und bedeutet soviel wie“Zukunft“. Und genau darum geht es  dem Verein „TOKÁTA – LPSG RheinMain  e.V.“ Der Verein will mit seinem ehrenamtlichen Engagement, mit seinen Veranstaltungen, Aktionen und Projekten und seinen Unterstützeraktivitäten einen bescheidenen Beitrag zur Verbesserung von Gegenwart und Zukunft  indigener Menschen Amerikas leisten.

Die Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart sind uns nur zu gut bekannt. Massaker an Frauen, Alten und Kindern; Vertreibungen und Internierungen; Zwangsumsiedlungen in zum Teil lebensfeindliche Reservationen; Zerstörung kultureller Identität und familiärer Lebenszusammenhänge;  Zwangssterilisierungen junger Indigena und Umerziehung von Kindern in Internatsschulen verbunden mit schwersten Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts; Kontaminierung von Atemluft, Trinkwasser und Umwelt durch nukleare Abfälle, Schwermetalle und Öl(sand). Den indianischen Forderungen nach Selbstbestimmung und Menschenrechten; der Kritik an Assimilationspolitik, anhaltendem Genozid und auch Ökozid; indigenem Protest und Widerstand gegen Landraub, Umweltzerstörung und Unterdrückung begegnet Politik mit polizeilichen und geheimdienstlichen Konterstrategien. Indigene Aktionsgruppen werden kriminalisiert und infiltriert, indigene Aktivisten werden diffamiert, diskriminiert, schikaniert, inhaftiert und nicht selten auch liquidiert. Dies gilt für Nord-, Mittel- und Lateinamerika gleichermaßen. Wir wollen an dieser Stelle die Liste der Ungerechtigkeiten und Verbrechen, die das weiße Amerika an den Indigenen begangen hat und die hieraus resultierenden Probleme der indigenen Bevölkerung sowohl in den städtischen Ghettos als auch in den Reservationen hier nicht erneut anführen. Eeinen kleinen Einblick vermitteln auf dieser Website unsere Texte zu Atompolitik oder zu Lebensbedingungen junger Native Americans in Reservationen.

Wichtig erscheint es uns mit unseren bescheidenen Ressourcen vor allem, bestehende  Ansätze und Projekte zu unterstützen, die sich engagiert für die Verbesserung der indianischen Gegenwart und Zukunft einsetzen und beim Auf- und Ausbau solcher Initiativen zu helfen bzw. selbst auch eigene Projekte zu initiieren. Dabei liegen die Schwerpunkte von TOKÁTA – LPSG RheinMain e.V. bei der Unterstützung indianischer Kinder- und Jugend-, Frauen-, Kultur-, Umwelt- und Menschen-

rechtsprojekte . Nach der Fusion mit der Initiative „Leonard Peltier SupportGroup (LPSG) Rhein Main (siehe auch Kapitel „Little History“)  im  Jahr 2008 ist ein  weiterer Schwerpunkt die

Unterstützung der Solidaritätskampagne für den seit 1976 in unseren Augen unschuldig inhaftierten indianischen politischen Gefangenen  und Menschenrechtsaktivisten Leonard Peltier und weiterer politischer Gefangener aus den sozialen Bewegungen Amerikas.. 

 Little History – Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte:

Den Fall des indianischen politischen Gefangenen Leonard Peltier verfolgten die Gründungsmitglieder von Tokata-LPSG RheinMain bereits seit seinem Bekanntwerden Mitte der 70er Jahre – aber eher sporadisch. Die politischen Schwerpunktsetzungen lagen jedoch in anderen Bereichen sozialer Bewegungen: AntiAtom, Startbahn West, Nachrüstung, Antifaschismus und Menschenrechte eher im Allgemeinen. Kurz vor einer Mumia Abu-Jamal Demonstration in Berlin Frühjahr 2000 sprayten sie noch frühmorgens in Kreuzberg neben ihrem Wohnmobil ein Transparent, auf dem sie „free Mumia Abu – Jamal und Leonard Peltier“ schrieben. Doch der eigentliche Auslöser für den Beginn der Peltier-Soliarbeit lag in einem kleinen Erlebnis im gleichen Sommer in Kanada. Nach drei Wochen Aufenthalt in kanadischer Wildnis und u. a. bei Deneh-Indianern standen die beiden LPSG-Gründer am letzten Abend in Saskatoon auf einem alternativen Straßenfest in einer Buchhandlung und fanden dort ein Flugblatt, dass zu einer weltweiten Begnadigungskampagne für Peltier aufrief. Kontext war der Amtswechsel Bill Clintons, und jeder scheidende Präsident hat die Chance eine Reihe von Gefangenen zu begnadigen. In der gleichen Nacht fiel die Entscheidung sich an dieser neuen weltweiten Begnadigungskampagne zu beteiligen.

Zurück aus Kanada wurde Kontakt zum früheren LPDC nach Lawrence/Kansas aufgenommen und  dann die Leonard Peltier Support Group RheinMain/Germany ins Leben gerufen. Schnell war die neue, kleine aber sehr agile Initiative in einem großen Netzwerk von Menschenrechtsaktivisten integriert. Immer mehr Kontakte zum indigenen Amerika entstanden. Neben eigenen Emailaktionen und Vortragstouren zu Leonard Peltier, Mumia Abu – Jamal und Robert „Standing Deer“ Wilson wurden seit 2000 regelmäßig Soli- und Benefizkonzerte organisiert (u. a. Mit Blackfire, Wade Fernandez, Jim Page, Mitch Walking Elk, Native Era, Big City Indians, Canned Heat, The Animals, Ten Years After, Louisiana Red u. v. a.), Vorträge zu Themen im indianischen Kontext an Museen gehalten, Vortragtouren mit Peltiers Cousin James Robideau durchgeführt, Bob Robideau und sein AIM – Museum in Barcelona und das LPDC – Office in den USA besucht usw. Im Laufe der Zeit merkten die beiden LPSG-Gründer, dass vielen der Schwerpunkt der Initiative zu politisch war, sich aber rund um das Thema „Indianer“ sehr unterschiedliche Interessen gruppierten. Um die anfallende Soliarbeit aber auch die hiermit verbundenen Kosten auf mehr Schultern zu verteilen wurde 2004 eine weitere Vereinsgründung beschlossen: Tokata – Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte e. V. Hier war der Fokus u. a. stark auf die Unterstützung von und Kooperation mit indianischen Jugendprojekten gerichtet. Als Partner beteiligte sich seit 2004  Tokata e. V. an  deutsch – indianischen Jugendkulturprojekten und Spendenaktionen für Jugendprojekte in der Pine Ridge Reservation (Süd – Dakota), der Navajo Reservation (Arizona) und Menominee Reservation (Wisconsin).

Sehr schnell merkten die Initiatoren beider Gruppen, dass die Hoffnungen Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen und  ggf. auch mehr Spenden zu akquirieren nicht aufgingen. Vielmehr hatten die Aktiven nun doppelt soviel Arbeit. Aus diesem Grunde fusionierten die beiden Gruppen 2008 zu „Tokata – LPSG RheinMain e. V. – Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte & Leonard Peltier Support Group“. Verstärkt wurde sich nun auch in Soli-Aktionen zu Mumia Abu-Jamal und dem zapatistischen Widerstand in Süd-Mexiko engagiert, wurden jährlich Zeitungsartikel zu Leonard Peltier veröffentlicht und die Kooperation mit indianischen Partnern ausgebaut.

Aktivitäten & Aktionen – eine Kurzübersicht:

Informations-, Bildungs- und Kulturveranstaltungen zu Geschichte, Kultur, Lebensbedingungen und Problemlagen von Native  Americans

Jugendbegegnungen zwischen jungen Native  Americans und jungen Menschen Europas

Organisation von Informationsreisen

Unterstützung indianischer Kinder-, Jugend-,   Frauen-, Umwelt- und Menschenrechtsprojekte   durch  Informations- und Spendenaktionen

Hilfe beim Auf- und Ausbau indianischer   Jugendkulturprojekte

Unterstützung ehrenamtlicher Menschenrechtsarbeit im Zusammenhang indigener  und politischer Gefangener in den USA,    Kanada und Lateinamerika (z.B. Leonard   Peltier, Mumia Abu-Jamal u.a.) und im Kampf gegen Todesstrafe und Folter

Unterstützung indigenen Widerstandes im Kampf für Selbstbestimmung und gegen Aus   beutung, Rassismus und Unterdrückung

Konzerte mit (indianischen) Musikern … und vieles mehr

auch Supporter brauchen Support – Spenden, Sponsoring, Mitgliedschaft:

Für unsere ehrenamtliche Arbeit benötigen wir dringend Hilfe und Helfer, Spenden und Sponsoren.

Ein Weg, TOKÁTA – LPSG RheinMain e.V. zu unterstützen ist die Mitgliedschaft. Wir suchen ordentliche (aktive) aber auch fördernde (passive) Mitglieder. Mitglied werden können natürliche oder juristische Personen. Mehr Informationen sind der Vereinssatzung entnehmbar.