Travel Blog – Teil 4: Pine Ridge Reservation – Besuch bei Freund*innen und Kooperations-Projekten (14. – 18.9.2026)

Unsere direkte Verbindung zur Pine Ridge Reservation begann 2002, also vor 24 Jahren. In diesem Jahr besuchten wir zum ersten Mal dort James Robideau (Dakota Youth Project, Social Service, ehemals AIM) und Loretta Whirle Wind Horse, lernten dabei Gus Yellow Hair, Rosie Schreier und deren damaligen Mann Howard und Leatrice „Chic“ BigCrow kennen. Ein Jahr zuvor, 2001, saßen James Robideau und wir in unserer Spessart-Waldhütte beim Frühstück zusammen. Nach dem Besuch unseres Jugendmusikprojektes „offRock“ merkte er an, dass so etwas in der Pine Ridge Reservation bestimmt fehlen würde. Musik wäre für viele der Jugendlichen dort bestimmt ein tolles Angebot. Und so wurde der Grundstein für 13 Jahre Jugendkulturbegegnungen zwischen jungen Indigenen und jungen Menschen aus dem RheinMain-Gebiet gelegt. Zugleich war dies das zweite Standbein unseres Engagements, neben dem Engagement für Leonard Peltier.

Einige Jahre später begrüßte mich Frederik Cedar Face mit „Welcome Home“ und vor 13 Jahren ebenfalls Eileen Janis, die leider im Dezember 2022 verstarb. Eileen kannten wir von der Peltier-Supportarbeit. Im kommenden Jahr wäre also unser 25 Jahre Pine Ridge Reservations-Jubiläum.

Seit 25 Jahren unterstützen wir dort zahlreiche Projekte und Personen, so u.a. das Dakota Youth Project, den SuAnn Big Crow Boys und Girls  Club, das Bear Cave Teenager Suicide Prevention Project, die Lakota Solar Enterprise heute Red Clouds Renewable Energy, Radio KILI, die Standing Horse Trading Post, die Cedar Face Foundation, die Pine Ridge High School & Dormitory,  Lakota Language School etc. Entsprechend groß ist auch die Liste unserer Kontakte, von denen viele auch als Referent*innen bei unseren 6 Jugend- und 2 Erwachsenenbildungsreisen-Projekten eingebunden waren: Leonard Little Finger, Henry Red Cloud, Frederik & Gail Cedar Face, James Robideau & Isabella Schön, Leatrice Big Crow, Rosie Freier, Will Peters, Charles Comes Killing, Eileen Janis, Tiny DeCore, Tim und Alice Bad Heart Bull, und viele mehr.

Leider sind einige unserer Freund*innen und Referent*innen mittlerweile verstorben: Leonard Little Finger, Tiny DeCore, Eileen Janis, Tom Poor Bear, …., doch viele Projekte bestehen weiter. Dieses Jahr besuchten wir u.a. Red Clouds Renewable Energy und Bear Cave Suicide Prevention, denen wir auch Spenden übergaben.

Red Cloud Renewable  klickt hier vorab auf den folgenden Link und lest unseren Vorjahresbericht. Wir werden hieran dann mit aktuellen Informationen anschließen.  

Red Cloud Renewable Energy Center – Tokata-LPSG RheinMain e.V., außerdem Gesellschaft für bedrohte Völker • Clean Energie als Schlüssel für Autonomie, Red Cloud Renewable, Lesetipp: FÜR VIELFALT 1/2026 – Tokata-LPSG RheinMain e.V.

Henry Red Cloud kennen wir seit 2004. Wir  hatten auch in Deutschland einige Veranstaltungen mit ihm durchgeführt, ihn seit 2006 als Referenten bei unseren Jugend- und Erwachsenenreisen engagiert, für seine Bisonherde zwei Tiere spendiert und sein Tagungs- und Übernachtungsgebäude ebenfalls für unsere Reiseprojekte genutzt. In den letzten Jahren ist das Gebäude zweimal erheblich beschädigt worden, einmal aufgrund einer Überschwemmung durch Schneeschmelzwasser und aktuell in diesem Frühjahr aufgrund eines Brandes. Beide Male haben wir den Wiederaufbau durch Spenden unterstützt. Und so wird derzeit das Gebäude wieder renoviert, damit ab Oktober dort wieder Multiplikator*innenschulungen zum Thema „Einsatz erneuerbarer Energien in indigenen Gemeinden“ stattfinden können.  Gleichzeitig baut sein Sohn Cyrus Red Cloud eine Solaranlage für den Ort Wounded Knee auf. Bei meiner Ankunft am 14.9. hatten wir Zeit uns ausführlicher über seine aktuellen Pläne zu unterhalten. Ein Beispiel sind die im Vorjahresbericht beschriebenen Dome-Häuser, von denen wir völlig fasziniert waren. Henry hat sich nun umentschieden und baut mit der gleichen Technik erheblich größere Flachbauten, ein Prototyp ist auf den Bildern zu sehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in den bereits erwähnten Schulungen. Angedacht ist es, hierzu eine Dependance an der Westküste zu gründen. Nach unserem Gespräch reisten Henry und Gloria Red Cloud zum People of the Sun-Festival nach Standing Rock  (wie der 1996 erschienene Song von Rage against the Machine), eine Feier anlässlich des 10jährigen Protestes gegen die Dakota Access Oil Pipeline, in deren Rahmen künftig jährlich ein Red Cloud Renewable Energy Award verliehen wird. (siehe HOME – People of the Sun) Henry wird dieses Jahr die Preisverleihung vornehmen. Eine Woche später erhält er dann für sein ökologisches Engagement selbst eine Auszeichnung in New York.


Bear Cave Teenager Suicide Prevention klickt auch hier vorab auf den folgenden Link und lest unseren Vorjahresbericht. Wir werden hieran dann mit aktuellen Informationen anschließen

Zum Besuch beim BEAR (CAVE TEENAGER SUICIDE PREVENTION) PROJECT in Pine Ridge. – Tokata-LPSG RheinMain e.V.

Die Kooperation mit dem Projekt begann 2017 und entstand durch den langjährigen Kontakt zu Eileen Janis, die wir aus der Peltier-Soliarbeit kannten. Der diesjährige Besuch stand unter dem Eindruck von Tiny DeCores Tod zu Beginn des Jahres. Tiny war gemeinsam mit Eileen unsere langjährige Ansprechpartnerin. In Erinnerung hatte ich noch ganz deutlich vor Augen, wie sie uns 2025 als Überraschung stolz das neue Bear Cave Housing Projekt und dessen Weiterplanung vorstellte. Dieses Mal trafen wir uns mit Tinys Schwiegersohn Eric, der bei einer mehrstündigen Führung die seit dem erfolgte Weiterentwicklung sowie neue Planungen präsentierte. So war ein Gebäude, dass 2025 mit Hilfe von Amish-Mitgliedern gebaut wurde, im Vorjahr noch im Rohbau. Tiny stellte uns die Planung wie folgt vor: im Basement solle ein Kraftraum rein, im oberen Geschoss, Büro, Treffraum und Küche. Eric zeigte mit Stolz, dass diese Räume nun auch so eingerichtet worden sind. Direkt gegenüber haben in der vergangenen Woche 8 Amish den Rohbau eines weiteren Gebäudes errichtet. Hier sollen künftig, Workshop-, Beratungs- und Unterrichtsräume sowie weitere Büros entstehen. Weitere Gebäude sind in Planung, so unter anderem für weitere Lagerräume für Kleidung, Spielzeug, Lebensmittel etc., die an Bedürftige ausgegeben werden sollen. Das gesamte Gelände ist mittlerweile mit einem Holzzaun eingefriedet. Außerdem soll es im Bereich de Außengeländegestaltung u.a. einen Trail geben zu Ehren von Tiny, der dann auch in die anliegende Landschaft führt. Die Weiterführung des Gesamtprojektes (den Bear Cave Keller in der Ortsmitte und die Houses am Ortsrand von Pine Ridge) wird vor allem durch Tinys Tochter, deren Mann Eric sowie weiteren Verwandten gesichert. Die übergebenen Spenden wurden mit großem Dank an alle Spender*innen und an unseren Verein verbunden mit der Einladung, sich 2027 über wie weiteren Fortschritte wieder vor Ort zu informieren, entgegengenommen. Wie wichtig das Angebot ist, wird leider aufgrund der anhaltenden Notlagen vieler Reservationsbewohner*innen immer wieder deutlich.

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