Travel Blog – Teil 2: On the Road durch Minnesota und Nord Dakota 10./11.September – über weiße Teufeleien ;-) und die Fahrt zu Leonard Peltier
“Mike, wenn du im September in Turtle Island (USA) bist, und du bist an meinem Geburtstag nicht bei mir, dann bin ich stinksauer auf dich”, so Leonard Peltier einen Monat vor seinem 82. Geburtstag. Als ich ihn knapp zwei Wochen nochmals darauf ansprach, ob er dies tatsächlich wolle, sagte er ja, und ich bräuchte auch kein Zimmer irgendwo zu buchen (gemeint ist das Sky Dancer Casino Hotel), sondern könne in einem der beiden Kellerzimmer übernachten. Mit dieser erfreulichen Nachricht begab ich mich am 10.9. dann ab Mittag auf die zweitägige Fahrt zur Turtle Mountain Reservation in Nord Dakota, wo Leonard seit seiner Haftentlassung in den Hausarrest lebt. Dies ist zugleich auch der Ort seiner Kindheit.
Der erste Tag führte über einige Stunden durch das nordwestliche Minnesota Richtung Nord Dakota. Fargo und Grand Forcs passierend riskierte ich eine Weiterfahrt, ohne zu wissen, ob ich ein Motel o.ä. finden würde. Es war nach knapp 8 Stunden Fahrt bereits Dunkel, als bei dem kleinen Ort Lakota ein Motelzeichen aufleuchtete. Die Übernachtung war gesichert. Am nächsten Morgen gal es sich zu entscheiden, ob ich den direkten Weg um den sogenannten Devils Lake zu Leonard nehmen würde oder den längeren durch die Spirit Lake Reservation. Und da sind wir bereits bei den kleinen Teufeleien der Weißnasen ;-). In ihren Landkarten wird aus dem Bear Lodge aka Mato Tipila der Devils Tower. Und hier wurde aus dem Spirit Lake aka Mni Wakan der Devils Lake. Empfehlung an den 47. Präsidenten doch Amerika in Devils Land umzubenennen. 😉
Der Umweg war eine richtige Entscheidung, denn in Fort Totten kam ich mit einer Dakota der Spirit Lake Nation ins Gespräch. Leonards Mutter stammte von hier und er habe hier immer noch einige Verwandte. Sie wäre froh, dass er wieder “zuhause” sei, nahe seiner Familie und Heimat. Darauf angesprochen, dass auf einem der Wassertanks stünde und der Begriff “Indians” ja eigentlich ein kolonialistischer Begriff sei und es über das sogenannte “I-Wort” kontroverse Diskussionen gäbe, antwortete sie völlig tiefenentspannt, wer denn diese Diskussionen führen würde, mit ihnen jedenfalls nicht. Die Intension wäre zwar gut und richtig, ginge aber meist über ihre Köpfe hinweg. Sie seien American Indians, Natives, Dakota. Es war ein spannendes Gespräch, dem ein sehr herzlicher Abschied folgte – als wären wir alte Bekannte. Welcome in indigenous country.





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