Travel Blog 2026 Turtle Island aka USA: Leonard Peltier, Reservationsprojekte, indigener Widerstand, Rohstoffabbau, Bison- und Wolfsjagd
Es standen wieder zwei Touren zur Wahl, Teilnahme an einem Treffen der Zapatisten in Mexiko oder Besuch unserer indigenen Partner-Projekte und Freund*innen in den USA zwecks Spendenübergaben, Austausch zu Projektentwicklungen, Klärung weiterer Unterstützungsbedarfe, Kontaktaufnahme zu neuen Kooperationspartnern und/oder indigenen Grassroots-Organisationen, Freundschaftsbesuchen. Im Gegensatz zu 2025 waren diese Termine nicht eingebunden in eine längere Urlaubsreise, sondern in eine straff organisierte Projektbesuchsreise, um unseren Vereinsmitgliedern, Unterstützer*innen und Spender*innen, unseren europäischen Kooperationspartnern und einer interessierten Öffentlichkeit aktualisierte Informationen zu unterschiedlichen Themen zukommen zu lassen. So zum Beispiel, wie die aktuelle Situation für den 2025 nach 49 Jahren und 12 Tagen in den Hausarrest entlassenen indigenen Aktivisten und politischen Gefangenen Leonard Peltier ist; welche aktuellen Entwicklungen es bezogen auf Rohstoff-Extraktionsvorhaben gibt und wie diese nicht nur die Umwelt, sondern auch indigene Belange tangieren; welche Entwicklungen es bei Projekten in der Pine Ridge Reservation gibt; inwiefern Indigene von ICE betroffen sind; welche indigene Widerstandsaktivitäten es gibt; was gibt es Neues zur Jagd auf Bisons und Wölfen u.a. in Montana etc.???
Mit diesem mehrteiligen Reise-Blog nehmen wir Interessierte auf die Tour von Minneapolis über Nord- und Süd Dakota, Wyoming bis nach Montana. Es geht dabei konkret um Besuche bzw. Besuchsversuche beim Indigenous Protector Movement in Minneapolis, bei Leonard Peltier in Nord Dakota, in der Pine Ridge Reservation Süd Dakotas u.a. um Besuche bei indigenen Umwelt- und Sozial-Projekten sowie langjährigen Freunden und Projektpartnern sowie in Rapid City beim NDN Collective sowie einigen Baustellen geplanter Extraktionsvorhaben für Uran-, Graphit- und Seltenen Erden – Abbau, in Montana bei der Buffalo Field Campaign.
Über diese Tour, die vom 9.9. bis zum 27.9. stattfindet, berichten wir in unregelmäßigen Abständen, da nicht täglich WLAN/Internet zur Verfügung steht oder manche Tage mit einem über 12stündigen Besuchs- und Fahrprogramm versehen sind. In diesem Jahr ist Michael Koch allein unterwegs, nicht zuletzt auch aus Kostengründen.
Minneapolis 9./10. September – ICE-Zeit…
…oder man könnte auch sagen, wenn Chicago den Namen “Windy City” hat, so ist Minneapolis als Teil der Twin Cities (St.Paul) 2026 vor allem als “Icy City” bei uns bekannt geworden: die Übergriffe dieser menschenverachtenden Deportationstruppe, die Ermordung von zwei Bürger*innen durch ICE (der 37jährige Krankenpfleger Alex Pretti und die ebenfalls 37jährige Renée Good), die heftigen Demonstrationen gegen ICE und U.S. Border Patrol, die zivilgesellschaftlichen Beschützergruppen und -personen, die in den Nachbarschaften von Abschiebung betroffene Menschen warnen (hierzu zählt auch das Indigenous Protector Movement), das Benefiz-Solikonzert Concert of Solidarity & Resistance to Defend Minnesota mit Bruce Springsteen, Tom Morello (von Rage Against The Machine) und AlDi Meola…, eine Stadtverwaltung und ein Gouverneur, die sich gegen Trump stellen ….all dies steht für Minneapolis, jenem Ort, in dem 1968 das AMERICAN INDIAN MOVEMENT (AIM) entstand. Und genau hier landete ich nach knapp 10 Stunden Flug und hoffte, dass dies nicht zu Nachfragen bei der Einreise führte. Tatsächlich war dis einer meiner kürzesten Einreisegespräche der vergangenen 24 Jahre. Nach 13 Jahren war ich wieder in Minneapolis, wo ich 2013 bei der Buchvorstellung und Ausstellung von WE ARE STILL HERE (mit Fotos von Dick Bancroft, der uns auch für unser Buch “Ein Leben für die Freiheit….” einige seiner Fotos unentgeltlich zur Verfügung stellte) mich mit Bill Means und Clyde Bellcourt traf. Hier wollte ich mich für den morgigen Tag mit Leuten des Indigenous Protector Movements verabreden, bevor ich meine Reise zu Leonard Peltier antreten würde. Doch zuerst führte mein Weg vom Flughafen direkt in den Vorort Bloomington zum Guitar Center. Nach dem wir letzten Sommer Leonard Peltier für Kids aus der Turtle Mountain Reservation zwei Gitarren mitbrachten, rief er zwei Wochen vor meinem Abflug an und fragte, ob ich erneut zwei Gitarren als Spende mitbringen könne. Von unseren früheren Jugendkulturbegegnungsprojekten mit jungen Lakota bzw. Navajo und deutschen Jugendlichen hatte mit den Guitar Center in Phönix/Arizona und Chicago/Illinois gute Erfahrungen gemacht. Und auch dieses Mal erwies sich das als gute Entscheidung: für den Preis von zwei Gitarren erhielt ich zwei Akustik- und eine E-Gitarre.
Am 10.9. morgens fuhr ich auf Verdacht zur Eastern Franklin, dort wo auch die All My Relations Gallery ist, die ich 2013 besuchte. Diese Gegend gilt als eines der Zentren indigener Kultur und von AIM in den Twin Cities. Heute liegt dort auch das Büro des Indigenous Protector Movements. Nach dem ich auf meine Kontaktaufnahmeversuche per Email keine Antwort erhielt, versuchte ich halt die direkte Kontaktaufnahme vor Ort. Leider ohne Erfolg, so hatte ich Zeit, mir eine kleine Ausstellung in oben genannter Galerie anzuschauen, die u.a. ICE und Immigration zum Thema der ausgestellten Bilder hatte, die ich auch fotografieren durfte. Punkt 12 Uhr – High Noon – startete dann meine zweitägige Fahrt nach Nord Dakota zu Leonard Peltier.











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