SURVIVAL INTERNATIONAL: Aktion zur „Woche der Unkontaktierten“

wir verbreiten hiermit einen Aufruf von SI zur Woche der Unkontaktierten. Lest den folgenden Text in Ruhe durch und untestützt die Aktion, wir tun es ebenso.


heute beginnt erneut unsere „Woche der Unkontaktierten“: Eine besondere Gelegenheit, um die Menschenrechte unkontaktierter indigener Völker einzufordern. Unkontaktierte Völker leben zwar ohne regelmäßigen Kontakt zur Außenwelt, sind jedoch keineswegs allein – sie sind von der Vielfalt ihrer Wälder umgeben und werden unterstützt von benachbarten indigenen Gruppen und der internationalen Gemeinschaft. Gleichzeitig haben sie keine Ruhe vor Eindringlingen, die vermehrt ihr Land gefährden. …. in den kommenden Tagen werden wir dir von einigen konkreten Fällen berichten und euch einladen, euch für die Rechte unkontaktierter Völker einzusetzen. Heute beginnen wir mit einer eindringlichen Nachricht unseres indigenen Freundes Lucas zu seinen Verwandten, den Mashco Piro:

Mein Name ist Lucas Manchineri. Ich komme aus dem indigenen Gebiet Mamoadate im brasilianischen Amazonasgebiet, im Bundesstaat Acre. Dr. Michael, ich möchte mit dir darüber sprechen, wie wichtig es ist, unser Land zu schützen – und unsere unkontaktierten Verwandten, die in den entlegensten Teilen unseres Gebiets leben. Wir, die Manchineri, kennen sie als das „vorsichtige Volk“: die Mashco Piro. Sie leben in den Quellgebieten der Flüsse, an den am schwersten erreichbaren Orten. Sie haben sich den andauernden Übergriffen auf sie und ihr Land widersetzt, indem sie sich für ein Leben in freiwilliger Isolation entschieden haben.

Sie zeigen deutlich, dass sie keinen Kontakt wünschen. Wir sehen ihre Fußspuren, ihre Unterkünfte. Sie hinterlassen gekreuzte Pfeile und versperren Wege im Wald – Zeichen dafür, dass dies ihr Land ist. Wir Indigenen brauchen unseren Wald für unsere Würde. Die Bedrohungen nehmen zu. Illegale Jagd und Fischerei, Abholzung, Bergleute und Drogenbanden dringen ohne Erlaubnis hier ein, zerstören das Land und bringen unsere unkontaktierten Verwandten in Gefahr. Deshalb setzen wir, die Manchineri in Brasilien, uns gemeinsam mit unseren Verwandten, den Yine jenseits der Grenze in Peru, für den Schutz unserer Gebiete ein, damit unkontaktierte Völker in Frieden leben können.

Wir führen Patrouillen und Expeditionen durch, um Zeichen ihrer Anwesenheit zu finden und der Welt zu zeigen, dass sie existieren. Wir tun dies, weil wir nicht wollen, dass sich die Geschichte wiederholt. Als Eindringlinge in unser Land kamen, starben viele unserer Leute, darunter auch Kinder. Krankheiten breiteten sich aus. Das darf nicht noch einmal passieren. Die Regierungen müssen die Gesetze einhalten, die indigene Völker schützen, und das Recht unserer unkontaktierten Verwandten respektieren, unkontaktiert zu bleiben.

Unkontaktierte Völker sind nicht allein. Wir, ihre Verwandten und Nachbar*innen, stehen ihnen bei – und wir bitten euch, dass ihr euch uns anschließt. Lucas Manchineri


und hier der Link zum Unterschreiben: https://handeln.survivalinternational.de/page/154016/action/2

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