USA: Vor 196 Jahren begann das, woran Trump heute weiter ansetzt

Gestern, am 28. Mai, jährte sich zum 196. Mal der Beginn der offiziellen ethnischen Säuberung in den USA. Der offizielle Prozess der staatlich geförderten ethnischen Säuberung der amerikanischen Ureinwohner begann unmittelbar nach der Verabschiedung des „Indian Removal Act“ vom 28. Mai 1830. Dieses Gesetz legte eine offizielle Bundespolitik fest, die darauf abzielte, den amerikanischen Süden systematisch von indigenen Völkern zu räumen, um Platz für weiße Siedler und Baumwollplantagen zu schaffen. Die Anfangsphase der Zwangsvertreibung (1830–1831) Das erste Ziel: Die Choctaw-Nation wurde zum ersten großen Ziel des neuen Gesetzes. Erzwungener Vertrag: Im September 1830 zwangen Bundesbeauftragte die Anführer der Choctaw, den Vertrag von Dancing Rabbit Creek zu unterzeichnen, mit dem sie 11 Millionen Morgen angestammtes Land abtraten. Der erste Marsch: Im Winter 1831 begann die erste Welle staatlich angeordneter Zwangsmärsche. Brutale Bedingungen: Die Choctaw-Bürger mussten zu Fuß bei Minustemperaturen, starkem Schneefall und Überschwemmungen marschieren, ohne ausreichende Nahrung, Decken oder Schuhe. Die Prägung des Begriffs: Choctaw-Häuptling George W. Harkins beschrieb der amerikanischen Öffentlichkeit die Schrecken und erklärte, die Vertreibung habe eine „Spur der Tränen und des Todes“ hinterlassen – dies war die erste historische Verwendung dieses Ausdrucks. Institutionalisierte Gewalt und GehorsamMilitärische Mobilisierung: Die US-Armee, staatliche Milizen und private Auftragnehmer der Regierung wurden offiziell eingesetzt, um Zivilisten zusammenzutreiben, festzuhalten und zu marschieren.Internierungslager: Indigene Familien wurden aus ihren Häusern gerissen und in überfüllte, von Krankheiten heimgesuchte Lager gesteckt, bevor sie nach Westen marschiert wurden. Instrumentalisierung staatlicher Gesetze: Südstaaten wie Georgia verabschiedeten Gesetze, die Stammesregierungen verbieten, Cherokee-Eigentum beschlagnahmten und es amerikanischen Ureinwohnern untersagten, vor Gericht gegen Weiße auszusagen.Warum Historiker dies als ethnische Säuberung definieren: Moderne Historiker und Rechtsexperten stufen diese Ära als ethnische Säuberung ein, da sie genau der Definition entspricht: die gezielte Politik einer Regierung, eine bestimmte zivile Gruppe durch gewalttätige und Terror erzeugende Mittel aus bestimmten geografischen Gebieten zu entfernen. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts wandte die US-Regierung dieses Modell systematisch auf die Nationen der Creek, Chickasaw, Cherokee und Seminole an, was zu einer dauerhaften, erzwungenen Umstrukturierung der menschlichen Geografie des amerikanischen Kontinents führte.

Heute, 196 Jahre später, weht vielen Indigenen der USA erneut der Wind von Ethnozid, Ökozid und Femizid entgegen. Ob als Opfer des ICE-Terrors, konfrontiert mit ausufernder Extraktionspolitik, Zerstörung spiritueller und kulturell bedeutsamer Orte, zunehmenden Rassimus gegenüber Indigenen in der Politik …Mehr Infos hierzu in unserem neuen Buch “Indigene Kämpfe in den Americas.” Gegen Spende (mind. 5 € + 2,50€ Versand) bestellbar unter lpsgrheinmain@aol.com

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