Kaffee statt Koks

Solidarische Wirtschaft als Gegenmodell zur Drogenökonomie – der Kampf indigener Gemeinden in Kolumbien und die Rolle der Konsumländer

So der Titel einer Veranstaltungsreise, die gemeinsam von der Rosa Luxemburg Stiftung und dem Kaffee-Kollektiv “Aroma Zapatistsa” veranstaltet wird und die zwei indigene Vertreter*Innen der indigenen Bewegung des Cauca – organisiert im CRIC (Consejería Mayor des Indigenen Regionalrats des Cauca/Oberster Rat des Regionalen Indigenenrats von Cauca) – und der Kooperative CENCOIC, von der AROMA ZAPATISTA Kaffee beziehten zu 4 Veranstaltungen nach Deutschland führt. An der letzten Veranstaltung am 18.4. in FRankfurt am Main, werden wir als TOKATA-LPSG RheinMain mit einem Infotisch beteiligt sein. Hier wird bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum am 1.5.2026 unsere neue Broschüre “Indigene Kämpfe in den Americas” erhältlich sein. Weitere Infos zur Veranstaltung sind der Ankündigung von AROMA ZAPATISTA entnommen.


Vortragsreise

Kaffee statt Koks

Solidarische Wirtschaft als Gegenmodell zur Drogenökonomie – der Kampf indigener Gemeinden in Kolumbien und die Rolle der Konsumländer

Die indigenen Gemeinden im Südwesten Kolumbiens – organisiert im Indigenen Regionalrat des Cauca (CRIC) – kämpfen seit Jahrzehnten gemeinsam für ihr Land, ihre Selbstbestimmung und ihre kollektiven Rechte. Dieses Engagement hat den CRIC zu einer zentralen Stimme für Frieden und soziale Gerechtigkeit gemacht. Gleichzeitig sind die Gemeinden von der Gewalt bewaffneter Gruppen und der Drogenwirtschaft bedroht. Um dieser Situation zu begegnen, setzen sie auf eine gemeindebasierte Wirtschaft und stärken ihren zivilen Widerstand.

Wie ist diese Situation mit dem internationalen Drogenhandel und der deutschen Drogenpolitik verknüpft? Wie hängt unser Kaffeekonsum mit der Produktion von Kokain in Kolumbien zusammen? Was sind solidarische und transnationale Antworten auf illegale Ökonomien und ihre Gewalt?

Nini Daza, Oberste Rätin des CRIC, und Manuel Bustos von der indigenen Kaffeekooperative CENCOIC sprechen über die Herausforderungen der Gemeinden und die Alternativen, die sie aufbauen. Vertreter*innen des Andenbüros der Rosa Luxemburg Stiftung und des Kaffeekollektivs Aroma Zapatista, das den Kaffee der CENCOIC in Deutschland vertreibt, skizzieren, was die Probleme und Lösungen der indigenen Gemeinden mit dem Welthandel und mit Deutschland zu tun haben.

Bei allen Veranstaltungen findet eine Simultandolmetschung Deutsch-Spanisch und Spanisch-Deutsch statt.


Termine:

13.4. / 18 Uhr Hamburg – Rathaus (Nebengebäude), Adolphsplatz 6
15.4. / 19 Uhr Berlin – Rosa Luxemburg Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8a
17.4. / 18 Uhr Hannover – Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4
18.4. / 16 Uhr Frankfurt/Main – medico-Haus, Lindleystr. 15

Die Rundreise wird organisiert von der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Kaffeekollektiv Aroma Zapatista und lokalen Bündnispartner*innen. Informationen auf Deutsch zum CRIC und den indigenen Gemeinden des Cauca: www.cauca-indigena.de


Referent*innen:

Nini Jhoanna Daza ist in der Amtsperiode 2025-27 Mitglied der neunköpfigen Consejería Mayor des Indigenen Regionalrats des Cauca (CRIC). Die einzige Frau in diesem obersten Gremium des CRIC kommt aus dem indigenen Selbstverwaltungsgebiet La Concepción. Dort war sie sechs Jahre lang als Gouverneurin und Rätin tätig. Ihre Familie baut Kaffee an.

Manuel Bustos ist Agraringenieur und Koordinator der Abteilung Eigene Wirtschaft in der Indigene Zentralkooperative des Cauca (CENCOIC). Darüber hinaus ist er Mitarbeiter von Ermes Pete, indigener Parlamentsabgeordneter und Teil der Koalition “Pacto Historico” des aktuellen Präsidenten Gustavo Petro.

Belén Cevallos kommt aus Ecuador und arbeitet im Andenbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Quito. Sie hat Kommunikations- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Gender studiert.

Karin Gabbert leitet das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Quito/Ecuador, von wo aus auch die Arbeit in Kolumbien, Venezuela und Bolivien geleitet wird. Sie ist Soziologin.

Martin Mäusezahl arbeitet im Kaffeekollektiv Aroma Zapatista, das solidarischen Kaffeehandel mit der zapatistischen Bewegung aus Mexiko und der indigenen Bewegung des Cauca betreibt.


weitere Anmerkungen von TOKATA-LPSG:

Das Engagement des Consejería Mayor des Indigenen Regionalrats des Cauca/Oberster Rat des Regionalen Indigenenrats von Cauca (CRIC) startete 1971. CRIC ist ein Zusammenschluss indigener Autoritäten, dem 90 % der indigenen Gemeinden und Gemeinschaften des Departamento del Cauca in Kolumbien angehören. Zu den Zielen des Zusammenschlusses siehe u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Consejo_Regional_Indigena_del_Cauca

Bereits neun Jahre nach Gründung zählte CRIC 1980 beim IV. Russell-Tribunal in Rotterdam zu den Klägern gegen die Menschenrechtsverletzungen an Indigenen in Kolumbien. Ihre Klage richtete sich gegen die Regierung Kolumbiens, konkret gegen das Innen- und Verteidigungsministerium, gegen das Instituto Columbiano de la Reforma Agraria und gegen das Institut zur Förderung von Bodenschätzen. (siehe hierzu: Der Völkermord geht weiter. Indianer vor dem IV. Russell-Tribunal. Hrsg. GfbV – AG Indianer, 1982, S. 231 -250)

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