Solibrief zur Unterstützung indigener Gemeinden im mexikanischen Bundesstaat Guerrero gegen die Angriffe durch kriminelle Banden

Anbei verbreiten wir einen Solibrief, den wir vorgestern erhalten haben. Wer sich über die Thematik weiter informieren will, kann dies u.a. in den Artikeln der RECHERCHE AG in der letzten ROTE HILFE Zeitung (4.2025, S. 35 – 38) und in der im Frühjahr 2026 herauskommenden Broschüre “Indigene Kämpfe in den Americas” (zu beziehen über uns) sowie in dem Buch der MCO-Sexta “CIPOG-EZ und CNI-CIG- Im Auge des Sturms. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwere Menschenrechtsverletzungen gegen indigene Gemeinschaften in Guerrero, Mexiko” (2025)


Wir fordern die Beendigung der Gewalt gegen die CIPOG-EZ, UPOEG und CRAC-PC
Deutschland, 03.02.2026

An die Bevölkerung von Guerrero, die jungen Menschen, Frauen und Männer, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, Bauern und Bäuerinnen, Fischerinnen, Studierende, Händlerinnen, Journalistinnen, Transportunternehmerinnen, Viehzüchterinnen, Unternehmerinnen, Lehrerinnen, Handwerkerinnen, Arbeiterinnen, Gemeindebehörden, Ejido- und Comisario-Vertreterinnen, Akademikerinnen, Priester, Ärztinnen, Krankenschwestern und Krankenpfleger, indigene und afro-mexikanische Gemeinschaften, Kollektive und soziale Organisationen, Menschenrechtsverteidiger*innen, suchende Mütter und Väter, Vertriebene und Angehörige von Opfern, an die gesamte Bevölkerung.

Mit Sorge beobachten wir die aktuellen Nachrichten über die Angriffe der paramilitärischen Gruppe „Los Ardillos“ gegen die indigenen Gemeinden der CIPOG-EZ, der UPOEG und der CRAC-PC.Am 30. Januar 2026 wurden sie mit Schüssen und Drohnen angegriffen. Die Gemeindepolizei und die Gemeindebehörden beschlossen in einer Versammlung unter Artikel 701 und dem desÜbereinkommens 169 der ILO gegründeten Systems der Gemeindesicherheit in das Gebiet „El Terreno“ vorzudringen um die Bewohner*innen vor den Angriffen der „Ardillos“ zu schützen und ihre Vertreibung zu verhindern.

Jesús Plácido, Sprecher der CIPOG-EZ erklärte auf der Plaza de la Paz, dass der Einsatz aufgrund der „Untätigkeit der drei Regierungsebenen gegenüber kriminellen Gruppen” notwendig sei. Wenige Minuten später brachen sie in einer Karawane nach „El Terrero“ in der Gemeinde Juan R.Escudero auf, um die Kontrolle zurückzugewinnen und die Rückkehr von 50 vertriebenen Familien zu gewährleisten. Während der Fahrt kam es zu Zusammenstößen zwischen den Paramilitärs und der Gemeindepolizei. An der Mobilisierung nahmen auch drei Menschenrechtsbeobachter*innen der MCO-Sexta und Vertreter*innen des Bundesmechanismus zum Schutz der Menschenrechte teil, die berichten, dass sie mit hoch-kalibrigen Waffen und Drohnen angegriffen wurden, die von der genannten paramilitärischen Drogenbande eingesetzt wurden. Menschenrechtsaktivist*innen, die die Organisationen bei der Betreuung von Vertriebenen unterstützen, beklagen, dass die Anwesenheit und Begleitung der Nationalgarde sowie anderer staatlicher Sicherheitskräfte zuvor angefordert worden war um einzugreifen. Diese sind jedoch trotz Kenntnis der Vertreibungen und des Risikos, das die Mobilisierung von Gemeindebehörden und Gemeindepolizei mit sich bringt, bislang nicht erschienen. Daher machen die Gemeinden den Staat für jegliche Schäden oder Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit von Gemeindeversammlungen, Gemeindebehörden, dem Gemeindesicherheitssystem und Menschenrechtsverteidiger*innen verantwortlich.

• Als internationale Beobachter*innen, Zivilgesellschaft und Menschenrechtsorganisationen des Europas von links und unten fordern wir die Regierung von Guerrero auf, die Schutzmechanismen für die betroffenen Gemeinden zu verstärken und für einen sofortigen Stopp der brutalen Angriffe zu sorgen.

• Wir fordern, dass die kriminellen Gruppen wie „Los Ardillos“ strafrechtlich verfolgt werden und dem täglichen Morden, der Vertreibung, dem Verschwindenlassen von Personen, den Femiziden und den Angriffen auf die Gemeindepolizei ein Ende gesetzt wird.

• Wir fordern, dass die von „Los Ardillos“ kontrollierten und bedrohten Gemeinden wie die Gemeinden Tixtla, Chilapa de Álvarez, Chilpancingo, Atlixtac, Jose Joaquín de Herrera, Acatepec, Quechultenango, Juan R. Escudero, Tecoanapa, Acapulco , Estrella und el Terreno in Frieden und Selbstbestimmung leben können.

Organisationen oder Personen, die diesen Soli-Brief unterschreiben wollen bzw. ihn unterstützen können dies wie folgt:

Solibriefe / bzw. Unterschreiben des bestehenden Solibriefes geht über mex@oeku-buero.de, Betreff: Unterschrift Guerrero

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