In Front of the Storm

Am 22. Januar veröffentlichten wir auf dieser Seite einen Blog, der sich mit der zunehmenden Brutalisierung und Barbarei auseinandersetzte, der dabei auf die epidemischen Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen hinwies und auch selbstkritische Fragen bezogen auf unser eigenes Verhalten aufwarf. Wohin führt uns die globale ICE-Zeit? Wie kann auf die eskalierende Gewalt politischer, ökonomischer und religiöser Herrschender reagiert werden in Anbetracht öffentlicher Exekutionen in den USA durch eine völlig entfesselte ICE-Terrorgruppe oder eines wiederkehrenden islamistischen Terrors in Syrien gegen Drus*innen, Alevit*innen, Kurd*innen …? Und was ist vom Schweigen unserer Politiker*innen in diesem Konzert von Völkermord und Kriegsverbrechen zu halten? Deutsche und auch internationale Politik reagieren mit wachsweichen Worten auf das tausendfache Abschlachten der nach Freiheit rufenden Menschen im Iran, auf die Bedrohung von Hunderttausenden Kurd*innen in Rojava, den innerländischen Krieg der Großmächte gegen Teile der eigenen Bevölkerung (und dies betrifft nicht nur die USA), die Anzeichen zunehmender Gewalt gegen Indigene, die ihr Recht auf Selbstbestimmung und die Unversehrtheit von Natur verteidigen. Was sie interessiert sind Wirtschaftswachstum, Abschiebungen und alles, was Wähler*innenstimmen verschafft.In dieser globalen ICE-Zeit kriechen Trauer, Wut und Zorn in unsere Gedanken und Gefühle. Doch wie machen wir hieraus eine Waffe, eine Waffe, die die Herrschenden mehr trifft, als eine erwartbare Spirale von Gewalt?

Manche sagen, es wird ein Lachen sein, dass sie besiegt. Neil Young sang nachdenklich Throw your hatred down und Jimi Hendrix With the Power of Love. Wolf Biermann schrieb in “Kleine Ermutigung” die folgenden Zeilen:

Du, lass dich nicht verhärten
In dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
Die allzu spitz sind, stechen
Und brechen ab sogleich.

Du, lass dich nicht verbittern
In dieser bittren Zeit.
Die Herrschenden erzittern
– sitzt du erst hinter Gittern –
Doch nicht vor deinem Leid.

Du, lass dich nicht erschrecken
In dieser Schreckenszeit.
Das wolln sie doch bezwecken
Dass wir die Waffen strecken
Schon vor dem großen Streit.

Du, lass dich nicht verbrauchen,
Gebrauche deine Zeit.
Du kannst nicht untertauchen,
Du brauchst uns und wir brauchen
Grad deine Heiterkeit.

Wir wolln es nicht verschweigen
In dieser Schweigezeit.
Das Grün bricht aus den Zweigen,
Wir wolln das allen zeigen,
Dann wissen sie Bescheid

Und auf einer Demo zu Rojava in Frankfurt war auf einem Banner eine Zeile Pablo Nerudas zu lesen: „Sie können wohl alle Blumen abschneiden, aber sie können den Frühling nicht verhindern.“ Es ist also höchste Zeit, dass sich überall alle Menschen über Unterschiede hinweg vereinigen, die für eine Welt ohne Unterdrückung, Herrschaft, Ausbeutung, Zerstörung, Elend aufstehen und engagieren, dabei trotz Wut, Trauer und Zorn nicht ihr Lachen und ihre Liebe verlieren – die ihre Angst überwinden und Courage zeigen. Aus wenigen könne viele werden, dies haben uns die Zapatisten gezeigt. Aus einem Funken kann ein Präriefeuer werden und aus einem Wind ein Sturm. (in Gedanken, 27 Tage nach dem 22. Jahrestag des zapatistischen Aufstands der Würde, am 27. Januar 2026, dem Internationalen Gedenktag zur Befreiung von Ausschwitz und dem Jahrestag der Etablierung der neuen demokratischen Verwaltung von Kobane/Rojava)

Gregory Bovino, ICE-Chef (an was erinnert mich dieser Dress bloß?)

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