Chiapas: Angriffe auf Natur und Indigene. Information & Petition

In Chiapas/Süd-Mexiko wird erneut deutlich, was neoliberale Politik, eine abstrakte Umschreibung eines deregulierenden profitorientierten Kapitalismus, der getragen wird durch Wirtschaft, Politik und den Statusinteressen der meisten Bürger*innen, bedeutet. Für internationale und nationale Konzerne, nationalstaatliche Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik und eine an Status, Besitz und Konsumdenken orientierte Bevölkerung bedeutet neoliberale Politik und Wirtschaft ungebremste Ausbeutung von Natur und Mensch, die Zerstörung sozialer Gemeinschaften und individueller Existenzen, die Zerstörung von Lebensgrundlagen auf diesem Planeten für Pflanzen, Tiere und Menschen, die Vertreibung und Vernichtung Indigener. Und auch dies wird in Mexiko schon seit langem sichtbar, in diesem Kontext sind auch linke und grüne Politiker*innen/Parteien Teil des Problems und nicht der Lösung. Sehr früh erkannt haben dies die Zapatistas, was auf Seiten mancher linker (wofür immer dies stehen mag) Organisationen und Personen zur Entsolidarisierung von der zapatistischen Bewegung führte.

Seit nunmehr 31 Jahren kämpft diese Bewegung in ihren autonomen, von Großgrundbesitz und Militär befreiten Regionen in Chiapas für das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Gemeinschaften, für den Schutz der Umwelt, für soziale Gerechtigkeit, Frauen- und Kinderrechte, Gesundheitsversorgung und Bildung, für kollektive Wirtschaftsstrukturen, die permanente Weiterentwicklung basisdemokratischer herrschaftsbefreiter Gesellschaftsstrukturen. Mit diesen Vorstellungen eines gemeinschaftlichen Wirtschaftens und Zusammenlebens, jenseits von Privatbesitz und Kapitalismus, steht die autonome indigene zapatistische Bewegung der neoliberalen Politik Mexikos natürlich im Wege. Im Wege stehen aber auch Millionen von Bäume, die in den Urwäldern von Chiapas den Großprojekten der Regierung im Wege stehen und die die Begehrlichkeiten der Holzindustrie locken. Und so verwundert es nicht, dass Politik und Wirtschaft sowohl den Zapatistas als auch der Natur den Krieg erklären. Über die zunehmenden Angriffe auf indigene zapatistische Gemeinden haben wir bereits mehrfach berichtet. Doch auch der Natur geht es bildlich mehr und mehr “an den Kragen”. Die besonders artenreichen Wälder von Chiapas sind enorm bedroht. Fast die Hälfte dieser Wälder wurde bereits illegal für den Holzeinschlag gefällt. Rettet den Regenwald ruft gemeinsam mit Otros Mundos Chiapas dazu auf, sich an der folgenden Petitionsaktion zu beteiligen, die dann an die zuständigen Politiker*innen und Behörden weitergereicht wird. Uns ist klar, dass diese Politiker*innen und Behörden mehrheitlich auf der Täterseite stehen. Hier stimmen wir mit den Zapatistas überein. Wir verstehen daher auch deren Politik, aktuell nicht mit den Repräsentant*innen von Kapital, Herrschaft, Umweltzerstörung und Völkermord zu verhandeln, denn sehr schnell gerieten sie dann in den Kreislauf von Korruption, Gefälligkeiten, Klientel- und Machtpolitik hinein. Und dieser Kreislauf ist der Nährboden der herrschenden Allianz von Regierungen, Wirtschaft, Militär, Polizei, Paramilitärs und kriminellen Organisationen. Als Menschenrechts- und Umweltaktivist*innen und Mitglieder von TOKATA-LPSG RheinMain e.V. haben wir für unsere Unterstützungsarbeit eine 5-Finger-Strategie entwickelt, die von direkten Aktionen über die zivilgesellschaftliche Mobilisierung bis hin zu Aktivitäten auf dem diplomatischen Parkett reicht. In diesem Sinne unterstützen wir die Petitions-Aktion und fordern alle Veratwortlichen auf sowohl die Abholzungen als auch die Angriffe auf die indigenen autonomen Gemeinden zu stoppen.

Link zur Petition:

Bitte helfen Sie, die Wälder in Chiapas in Mexiko vor der Rodung zu bewahren – Rettet den Regenwald e.V. – Rettet den Regenwald e.V.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Sicherheitsfrage: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.