Wolfsjagd in Deutschland legalisiert…
zumindest ein erster Schritt, denn wir gehen davon aus, dass die reaktionäre Lobby von Jäger*innen, Bauernverbänden, Viehzüchter*innen, rechten Parteien (also fast allen) und unaufgeklärten panischen Bürger*innen weiterhin Druck machen wird, um die Zahl der mittlerweile hier lebenden Wölfe beträchtlich zu dezimieren. Dazu ist kein Argument zu blöd und fakebasiert, keine Propaganda zu billig (siehe die Startseite von https://www.agrarheute.com/tag/wolfsriss) und keine Mitleidsbekundung mit durch Wölfe gerissene Nutztiere (so genannt werden diese Tiere amtssprachlich verdinglicht) zu heuchlerisch. Denn machen wir es uns einmal klar, den in Deutschland 2024 ca. 3500 gerissenen Nutztieren, denen Pseudo-Tierliebhaber nun Tränen nachheulen, stehen ganz andere Dimensionen an täglichen Schlachtungen und qualvollen Tiertransporten gegenüber. Mitgefühl, Mitleid, Tränen hier – Fehlanzeige. Allein in Deutschland werden täglich 2 Mio. Tiere geschlachtet (Minimum). Bezogen auf die Tiertransporte hier ein Zitat von der Website der ALBERT SCHWEITZER STIFTUNG FÜR UNSERE MITWELT: “Innerhalb der EU werden laut Europäischem Rechnungshof jedes Jahr rund 34,9 Millionen Schweine, 4,3 Millionen Rinder, 2,9 Millionen Schafe und Ziegen sowie 1,3 Milliarden landwirtschaftlich genutzte Vögel (»Geflügel«) transportiert. Hinzu kommen 2,9 Millionen Schafe und Ziegen, eine Million Rinder, eine halbe Million Schweine und 219,3 Millionen Vögel, die aus der EU exportiert oder in die EU importiert werden. Insgesamt sind das 1,6 Milliarden Tiere pro Jahr. Transporte in sogenannte Drittländer, also Länder außerhalb der EU, sind dabei besonders problematisch. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt »Transporte in Drittländer«…..Deutschland exportierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 über 267 Millionen Rinder, Schweine, Hühner und andere landwirtschaftlich genutzte Tiere in EU- und Nicht-EU-Länder und führte mehr als 159 Millionen von ihnen nach Deutschland ein.” Also um was geht es? Tierwohl oder Tierzucht aus Profit?
Nachdem bereits die EU den Schutzstatus des Wolfs abgesenkt hat, nun auch die Bundesregierung. Und die oben genannten Befürworter*innen dieser Wolfshatz lassen nun sicherlich zuerst Sektkorken und dann ihre Gewehre knallen. Zeit für eine entemotionalisierte und sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema nahmen sich die Verantwortlichen nicht. Selbst in Zeitungen wie der TAZ konnte Redakteur Jost Maurin lange Zeit seine eher tierzüchternahen Artikel in diesem Sinne unwidersprochen publizieren. Um es klar zu sagen, es geht weder um eine Romantisierung noch um eine Verteufelung von Wölfen. Aber Zeilen wie, “wie viele Wölfe braucht Deutschland” (ein Sozialdemokrat aus Niedersachsen) erinnern daran, dass sich der alles und alle beherrschende und dabei zerstörende Spezi Mensch (vornehmlich Weiß, Männlich) sich immer wieder anmaßt bestimmen zu wollen, wer ein Recht auf Leben hat. Unsere indigenen Freund*innen haben mit dieser Arroganz seit über 500 Jahren ihre Erfahrungen gemacht. Und ganz persönlich nebenbei: ich habe in den letzten 25 Jahren so viele Wolfsbegegnungen in Kanada, USA und Deutschland gehabt, zum Teil zum Anfassen nah, ohne auch einmal mögliche Gefahren grundsätzlich ausschließen zu wollen, aber einen Grund zur Panik sehe ich gegenwärtig nicht. Was bleibt ist ein zorniger und trauriger Nachgeschmack nach der gestrigen Entscheidung der CDUCSUSPD-Regierung. Ich nenne diese bewusst nicht “schwarzrot”, denn dies sind die ehrwürdigen Farben der Anarchosyndikalist*innen. Achja, und da erinnere ich mich noch an ein Wahlplakat der PARTEI…


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