9. August: International Day of World’s Indigenous Peoples
Im Jahr 1994 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass der Internationale Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt jedes Jahr am 9. August begangen werden soll, so auch in diesem Jahr. Hierzu hat der Rat der Europäischen Union heute, am 8.8.2025, folgende Erklärung veröffentlicht:
Internationaler Tag der indigenen Völker der Welt: Erklärung der Hohen Vertreterin im Namen der Europäischen Union
Dieses Dokument ist in Nicht-EU-Sprachen verfügbar.
Der diesjährige Internationale Tag der indigenen Völker der Welt steht unter dem Thema der Zukunftsgestaltung und der Verteidigung der Rechte. Künstliche Intelligenz birgt enorme transformative Kräfte für unsere Gesellschaften, Volkswirtschaften und Verwaltungssysteme, solange sie auf verantwortungsvolle, nachhaltige, ethische und inklusive Weise genutzt wird. KI verändert die Welt schon heute, und ihre Auswirkungen – sowohl positive als auch negative – auf die Rechte der indigenen Völker dürfen nicht ignoriert werden.
Trotz ihrer reichen Geschichte und Kultur gehören viele indigene Völker nach wie vor zu den am stärksten marginalisierten Gemeinschaften der Welt. Sie sehen sich immer mehr Bedrohungen ausgesetzt: dem durch den Klimawandel bedingten zunehmenden Wettbewerb um Land und natürliche Ressourcen, und der Gefahr, im Kontext des digitalen Zeitalters die Herrschaft und Kontrolle über ihr kulturelles Erbe, ihre traditionellen Gebräuche und ihre Überlieferungen zu verlieren.
In diesem Zusammenhang setzt die EU ihre Finanzierung des „Indigenous Navigator“ fort. Dabei handelt es sich um ein quelloffenes, gemeinschaftsbasiertes Datenerfassungssystem und Instrument zur Bestandsaufnahme, das von indigenen Völkern für indigene Völker verwaltet wird . (Hervorhebung: MK) Mit den erfassten Daten werden die indigenen Völker und ihre Gemeinschaften in ihrer Position gestärkt, und die internationale Fürsprache wird unterstützt. Zugleich unterstützt die EU die Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern indigener Völker an multilateralen Foren zu allen sie betreffenden Themen. Dazu zählen auch Fragen der Datenaufschlüsselung und des Dateneigentums sowie der künstlichen Intelligenz.
Am Internationalen Tag der indigenen Völker der Welt bekräftigt die Europäische Union ihre feste Entschlossenheit, indigene Völker innerhalb und außerhalb der Union zu unterstützen und ihre in der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker (UNDRIP) und den internationalen Menschenrechtsnormen verankerten Rechte zu achten, zu schützen und zu wahren.
Soweit, so schön, sogut. Dies ist sicherlich eine wichtige Aussage. Doch wie in vielen Belangen, sollten die Worte anhand der Taten und der Realität bemessen werden. Und hier müssen wir als Menschenrechts-Organisation doch bemängeln, dass es immer wieder auch europäische Konzerne und Staaten sind, die sich an Vereinbarungen, wie z. B. ILO 169, nicht halten. (s.a.https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_eingeborene_und_in_St%C3%A4mmen_lebende_V%C3%B6lker_in_unabh%C3%A4ngigen_L%C3%A4ndern)
Die Rechte indigener Völker auf Selbstbestimmung und deren Respektierung ist und bleibt weiterhin ein wichtiges Ziel, dem wir uns als Organisation und somit auch als Mitglied der EUROPEAN ALLIANCE FOR THE SELF DETERMINATION OF INDIGENOUS PEOPLES verpflichten. Eine solche solidarische Selbstverpflichtung ist vor dem Hintergrund zunehmend aggressiver werdender Ressourcen-Ausplünderungspolitik heute wichtiger denn je. Und eine solche Selbstverpflichtung endet nicht mit wohlfeilen Worten. Es werden unsere Taten sein, an denen man die Ernsthaftigkeit unseres solidarischen Handelns bemessen kann. Hier stimmen wir u.a. mit unseren Freunden der zapatistischen Bewegung in Süd-Mexiko überein. Die Profitierenden der ausplündernden und ausbeuterischen Extraktionspolitik, die stets einhergeht mit der Vertreibung und Entrechtung der jeweiligen indigenen Bevölkerung, sind nicht nur in den jeweiligen Ländern, sondern auch in Staaten Nordamerikas, Europas, in der VR China, Australien etc. lokalisierbar. Und Profitierende sind nicht nur Konzerne, CEOS, Lobbyist*innen, Politik und Nationalökonomien, sondern auch die Bewohner*innen dieser Staaten. Auch sie profitieren von der Ausbeutung von Natur und Mensch in anderen Teilen der Welt. All dies zur Kenntnis nehmend bedeutet dies, die Kämpfe unserer indigenen Schwestern und Brüder in das Herz der Bestie, in unsere Wirtschaftsmetropolen, zu holen. Die Bandbreite solidarischer Aktionen kann dabei von der kritischen Aktionärsversammlung über die öffentliche Benennung der verantwortlichen Konzerne, Politiker*- und Manager*innen bis hin zu Aktionen zivilen Ungehorsams und des Boykotts reichen.
In diesem Sinne auch unsere solidarischen Grüße an diesem 9. August an die Teilnehmer*innen des “Treffens der Widerstände und der Rebellionen: Einige Teile des Ganzen” in Semillero Comandanta Ramona des Caracol de Morelia in der Zone Tzotz Choj von Los Altos de Chiapas. Hierzu mehr in einem Blog in den kommenden Tagen


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