Gedanken zum atomaren Wahnsinn

Der 6. und 9. August markieren jene beiden Tage, an denen 1945 die USA -Armee die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki mit Atombomben angriff. Militärische Infrastruktur war nicht erklärtes Ziel. Es ging darum Japan, dessen damalige Politik hier nicht verherrlicht werden soll, durch maximalen Terror gegen die Zivilbevölkerung zur Kriegsaufgabe zu zwingen. Über 100.000 Menschen (manche sagen über 120.000 Menschen), vorwiegend Zivilist*innen, starben sofort. Bis Ende 1945 starben insgesamt ca. 215.000 Menschen an den Folgen dieses nuklearen Kriegsverbrechens. Langfristig folgten aufgrund anhaltender Strahlenbelastung noch weitere tzehntausende Tode. Und heute, 80 Jahre später? Heute drohen Politiker wieder mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen und planen die nukleare Weiteraufrüstung.

Doch der nukleare Waffenwahnsinn tötete auch Menschen in den USA und später in anderen Staaten. Uranabbau, strahlende Abraumhalden, Atomtests fordern bis heute Zehntausende Tote, Verletzte und Vertriebene. In den Gegenden rund um die Testgebiete von Atomwaffe begann sehr früh das große Sterben, gleich ob in der damaligen UdSSR, den USA oder im Pazifik. Hier lebten vor allem Indigene, die entweder umgesiedelt oder aber erst nach den ersten Atomtests informiert wurden. Dort sind als Folge in manchen Familien in jeder Generation Mitglieder an Krebs erkrankt bzw. verstorben. Gruppen wie WARN (WOMEN OF ALL RED NATIONS) hatten bereits in den 70er und 80er Jahren auf die Folgen atomarer Umwelt- Kontaminierung hingewiesen. Auch über die Folgen für Uranminenbeschäftigte gab es frühzeitig Publikationen. /Gert Hensel: Strahlende Opfer 1987; GfbV(Hrsg.): Unsere Zukunft ist eure Zukunft – Indianer heute 1992; Donald. A. Grinde + Bruce E. Johansen: Ecocide of Native America 1995; Wiona LaDuke * Sean Aaron Cruz: The Militarization of Indian Country 2012). Unser Verein veröffentlichte anlässlich anhaltender Castortransporte für Atommüll Anfang des 21. Jahrhunderts (2002 und später aktualisiert bis zum Beschluss aus der Atomenergie auszusteigen 2011, siehe Link unten) Flugblätter zu den ökologischen Folgen des Uranabbaus vor allem für Indigene in den Abbauregionen und verwies dabei auf den engen Zusammenhang von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen und warf dabei auch die Frage nach sozialen Aspekten auf.

Sehenswert hierzu auch die am 6.8.2025 im ZDF ausgestrahlte Folge von “terra x history” – Im Schatten der Bombe

https://www.zdf.de/dokus/im-schatten-der-bombe—80-jahre-hiroshima-movie-100

80 Jahre danach Grund genug sich vehemt gegen Nuklearwaffen und Nuklearenergie zu wehren, vor allem da die militärisch-nukleare Bedrohung wieder zunimmt und von Seiten der Atomlobby in Wirtschaft und Politik Atomenergie als Lösung der Klimakatastrophe wieder propagiert wird – dies sind wir im Respekt und in Erinnerung gegenüber den vielen hunderttausend Opfern von Atomwaffen und Atomenergie schuldig.

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