Korrektur: “Inzwischen sollte klar sein, dass die westliche (Anmerkung MK: gilt auch für die östliche/fernöstliche) Gesellschaft – und zwar die nicht-indigene – in Bezug auf die Umwelt alles falsch macht.”

Folgende Nachricht erhielten wir vor einigen Tagen vom DAKOTA PEOPLES LAW PROJECT und möchten diese gerne euch mitteilen, denn die Botschaft ist klar, zwingend und logisch. Gerade auch in Zeiten, in denen international Umweltpolitik, Umweltbewegungen und Umweltwissenschaften zum Ziel eines reaktionären Roll Backs werden, welches nur die Interessen der Herrschenden und des Kapitals sowie unserer Bequemlichkeit im Blick hat, gilt es den kämpfenden Indigenen unsere praktische Solidarität zu zeigen. Das Zitat aus dem Text von Tokata Iron Eyes haben wir erweitert, denn die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und die damit verbundenen Menschenrechtsverbrechen gegenüber Indigenen und Umweltaktivist*innen finden wir auch im Osten Europas und in Asien, Australien, Indonesien und und und. Nach dem Text haben wir eine kleine Berechnung betreffend des im Text beschriebenen Pipeline-Schadens angefügt, damit deutlich wird, wie viel Wasser durch solch eine noch relativ kleine Panne verseucht wird. Erstmals habe ich solche Berechnungen 2019 für eine Rede für FRIDAYS FOR FUTURE angestellt, um wenigstens den anwesenden Kids eine vage Vorstellung zu vermitteln, was Zahlen kaum bildlich darzustellen vermögen.

Hier der Text von Tokata Iron Eyes:

chen des globalen Handelskriegs der Trump-Administration stand (“Tag der Befreiung” bedeutet für die Lakota etwas ganz anderes, wie ich erwähnen sollte), sind wichtige Umweltnachrichten vielleicht unbemerkt an uns vorbeigegangen. Aus diesem Grund möchte ich heute ein paar Geschichten für Sie herausstellen. Ich weiß, dass Sie die natürliche Welt – und die Stimmen der Ureinwohner – genauso schätzen wie ich. Am Dienstag kam es zur Überraschung aller, die diese Dinge verfolgen, zu einem erneuten Leck in der Keystone-Pipeline, bei dem rund 3 500 Barrel Öl auf ein landwirtschaftliches Feld in North Dakota gelangten. Am selben Tag hob die Bundesregierung den Umweltschutz auf und öffnete fast 60 % unserer nationalen Wälder für die Abholzung. Und all dies geschah nur einen Tag, nachdem 8.000 indigene Völker in Brasilien marschierten, um auf der diesjährigen COP30-Klimakonferenz ein faires Mitspracherecht zu fordern. Wenn Sie zur richtigen Zeit (Frühling) am richtigen Ort sind (in diesem Fall im Jedediah Smith Redwoods State Park am nördlichen Rand des so genannten Kaliforniens), können Sie vielleicht die Rhododendren sehen, die neben einigen der gewaltigsten und prächtigsten Bäume von Unci Maka blühen. Es versteht sich von selbst, dass es von entscheidender Bedeutung ist, einzigartige und wunderschöne Ökosysteme wie dieses zu erhalten. Der Beitrag indigener Völker und traditioneller Wissenssysteme muss auf der COP30-Konferenz, die die Vereinten Nationen im November in Brasilien ausrichten werden, und darüber hinaus ernsthaft berücksichtigt werden. Wie die Teilnehmer der Kundgebung, die mehr als 200 indigene Gemeinschaften aus ganz Südamerika und dem pazifischen Raum vertraten, zu Recht verkündeten: “Wir sind die Antwort”. Inzwischen sollte klar sein, dass die westliche Gesellschaft – und zwar die nicht-indigene – in Bezug auf die Umwelt alles falsch macht. Nehmen wir zum Beispiel die Pipelines. Ihre unvermeidlichen Leckagen sind ein Hauptgrund (aber nicht der einzige), warum wir so hart gegen Dakota Access (DAPL) und die früher geplante Erweiterung von Keystone, Keystone XL, gekämpft haben. Da Keystone seit seiner Inbetriebnahme vor nur 15 Jahren mindestens 23 Mal ausgelaufen ist, bin ich allen ewig dankbar, die uns geholfen haben, den ehemaligen Präsidenten zu beeinflussen, Keystone XL abzulehnen. Und ich bete weiterhin dafür, dass DAPL nicht an der falschen Stelle scheitert und die Wasserversorgung in meinem Heimatstaat Standing Rock verseucht. Die Öffnung von über 112 Millionen Hektar nationaler Waldgebiete für die Abholzung ist ebenfalls ein schlechter Schritt. Hören Sie nicht auf die Vertreter der Holzindustrie, die behaupten, dies sei irgendwie vorteilhaft für die Umwelt. Ihr Hauptziel ist es, ihre eigenen Taschen zu füllen. Das Abholzen gesunder Wälder gefährdet den sensiblen Lebensraum unserer pflanzlichen und tierischen Verwandten und trägt zum Klimanotstand bei, Punkt.  Ich danke Ihnen, dass Sie uns geholfen haben, uns für Dinge wie die Rückgabe von Land an indigene Völker und den Übergang zu einer sauberen Energiewirtschaft einzusetzen, und ich hoffe, dass die führenden Politiker der Welt wieder auf uns hören werden. Sie sollten bereit sein, unserer Jugend und den künftigen Generationen gerecht zu werden. Die heute getroffenen Entscheidungen werden sich in den kommenden Jahren auf alle Lebewesen auswirken. Wir sagen diese Dinge nicht nur zu unserem eigenen Wohl, sondern zum Wohl aller. Wopila tanka – mein Dank an Sie als Klimaschützer!
Tokata Iron Eyes
Sprecherin & Organisatorin
Lakota People’s Law Project
Sacred Defense Fund


1Barrel = 159 Liter, 3500 Barrel = 556.500 Liter. Ausgehend von der These, dass 1 Liter Öl bereits 1. Mio (1.000.000) Liter Wasser kontaminieren kann (dies entspricht etwa 600 verunreinigten Litern Trinkwasser bereits bei einem Tropfen Öl), wurden durch den o.g. Öl-Spill 556.500.000.000 (fünfhundertsechsundfünfzig Milliarden 500 Millionen) Liter Wasser vergiftet.
Würde man mit dieser Menge Badewannen mit 1,80 Meter Länge und 180 Liter Füllmenge Wasser füllen, so ergäbe dies eine Anzahl von 3.091.666.666 (drei Milliarden 91 Millionen 666 Tausend 666) Badewannen. Aneinandergereiht wären dies 5.565.000.000 Meter (fünf Milliarden, 565 Millionen) an Badewannen. Diese Länge würde reichen, den Äquator (40.075 km) knapp 139 mal (138,86) zu umrunden. Und dies ist nur eine einzige Spill-Berechnung aktuellen Datums.

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