aktuelle Gesundheitssituation

19. Januar 2011

Betreff: Krebsverdacht bei Leonard Peltier – Appell ans Weiße Haus und weitere Aktionen

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde, Mitkämpferinnen und Mitkämpfer im Kampf für die Freiheit Leonard Peltiers und für Menschenrechte weltweit – bitte nehmt Euch ausreichend Zeit den folgenden Text zu lesen.

Seit mehreren Wochen kursieren Meldungen über eine mögliche Krebserkrankung des indianischen AIM (American Indian Movement)- und Menschenrechtsakti-visten und politischen Gefangenen Leonard Peltier. Nach ausführlichen Gesprächen mit Peltiers Verteidigungskomitee, dem LPDOC (Leonard Peltier Defense Offense Committee)geben wir hiermit folgende Einschätzung bekannt und fordern Euch auch auf unten näher ausgeführten zu Aktionen auf:

Bereits seit längerem (2009) mehren sich Anzeichen/Symptome dass Leonard Peltier an Prostatakrebs erkrankt sein könnte. Im Rahmen der bisherigen Untersuchungen wurde dies zwar noch nicht diagnostisch bestätigt, aber dies sagt in mehrfacher Hinsicht nichts aus: die bislang erfolgten medizinischen Checks waren völlig unzureichend und die tatsächlich notwendigen, unabhängigen und medizinisch kompetenten Untersuchungen für eine verbindliche Diagnostik werden seit Monaten verschleppt. In diesem Zeitraum haben sich nicht nur die Symptome weiter verschärft, sondern insgesamt hat sich Peltiers Gesundheitszustand, z. B. auch seine Kiefererkrankung, wieder verschlechtert.

Blicken wir zurück, so ist dies nicht das erste Mal, das Peltier aufgrund unzureichender medizinischer Versorgung und Behandlung beinahe gestorben wäre. Als Peltier (66), der dieses Jahr seit 35 Jahren inhaftiert ist, 1995 in Folge einer stümperhaften Kieferoperation fast verblutete und für 14 Tage ins Koma verfiel, waren es anschließend weltweite Proteste, die eine adäquate Behandlung durch die Mayo – Klinik ermöglichten. Bereits zu dieser Zeit mehrten sich die Stimmen, die von einer Todesstrafe in anderer Form, nämlich der medizinischen Unter- bzw. Nichtversorgung gerade politischer Gefangener, sprach.

Aktuell bitten das Leonard Peltier Defense Offense Committee (LPDOC) und Tokata – LPSG RheinMain (seit Januar 2011 offizielles deutsches LPDOC-Chapter) um Briefe, Faxe, Mails oder auch Telefonate an das Weiße Haus mit dem Ziel, dass Peltier für eine längst überfällige Biopsie an die Mayo-Klinik überwiesen wird. Desweiteren geht es natürlich auch weiterhin um die Forderung nach Peltiers sofortiger Haftentlassung. Machen wir uns klar, wir treten zur Zeit in eine Kampagne ein, in der es schlicht um Leonard Leben geht, analog unserer Kampagnen bevor der drohenden Hinrichtung Mumia Abu – Jamals. Und machen wir uns noch etwas klar, das FBI hat stets darauf gepocht, dass nur ein toter Peltier den Knast verlässt.

Was tun?

1.)Wir schlagen zum einen die Teilnahme an der Kampagne vor, zu der das LPDOC aufruft. Erbeten werden vor allem  Telefonate und Faxe, aber auch Briefe oder Mails an das Weiße Haus. Wenn ihr keine individuellen Briefe schreiben könnt oder wollt, nutzt bitte den von der Gesellschaft für bedrohte Völker im Anhang beigefügten Musterbrief (danke an Euch und Dich, Yvonne). So schwer dies Euch auch fallen mag, wichtig ist es auf jeden Fall, kurze, höfliche und sachliche Briefe zu schreiben und keine Anschuldigungen, Vorwürfe oder harte Kritik zu äußern.

Bitte keine Anrufe und Schreiben mehr direkt an die Haftanstalt in  Lewisburg, dort hat die erste Protestwelle bereits Wirkung gezeigt.    Nun kommt es auf die Positionierung der Politik an.

2.)Wir rufen zu einer weltweiten Email- und Telefonaktion auf und zwar genau am Sonntag, den 6. Februar 2011. Dies ist zwar ein Sonntag doch auch der Tag an dem Leonard Peltier seit 35 Jahren inhaftiert ist. Emails und Anrufe im oben beschriebenen Sinne sollen an diesem Tag die Leitungen im Weißen Haus massenhaft aus aller Welt erreichen und zeigen, dass die internationale Solidarität mit Peltier ungebrochen ist. Wenn hundertausende Emails und Anrufe eingehen wird dies ein unübersehbares Zeichen sein, dass Peltier nicht vergessen ist.

3.)Tokata – LPSG RheinMain e. V. hat für den Tag davor, den Samstag, 5. Februar 2011 in Frankfurt am Main eine Demonstration und Informationskundgebung ausgehend von der Hauptwache zum US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main, Giessener Str. beantragt. Geplanter Demotreff: 12:00 Uhr Hauptwache Frankfurt am Main. Abschlusskundgebung ca. 14:00

Weitere Aktionen sind in Vorbereitung,

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Hier das Schreiben der Gesellschaft für bedrohte Völker einschließlich Musterbrief/-text für Eure Briefe, Emails, Anrufe in Englisch und Deutsch.

Krebsverdacht bei Leonard Peltier

Der indianische Bürgerrechtler muss unverzüglich in die Mayo-Klinik

verlegt werden!

Januar 2011

Das Verteidigerkomite LPDOC des indianischen Bürgerrechtlers Leonard

Peltier bittet eindringlich um Ihre Hilfe. Schon seit mehr als einem

Jahr besteht bei dem „Nelson Mandela“ der indianischen

Bürgerrechtsbewegung Nordamerikas der Verdacht auf Prostatakrebs.

Trotzdem wird ihm die notwendige medizinische Behandlung vorenthalten.

Wertvolle Zeit verstreicht ungenutzt. Bitte appellieren Sie mit Briefen,

Faxen, per E-Mail oder Telefon an die US-Regierung und bitten Sie darum

dafür zu sorgen, dass Leonard Peltier unverzüglich zur weiteren

Diagnostik und Behandlung in die Mayo-Klinik verlegt wird.

Als der 66jährige Bürgerrechtler vor mehr als einem Jahr erste Symptome

einer Krebserkrankung zeigte, mussten seine Anwälte Monate lang Druck

auf die Gefängnisverwaltung ausüben, bis im Juni 2010 endlich eine

Blutuntersuchung durchgeführt wurde. Erst im November 2010 erhielt

Peltier die Ergebnisse der Untersuchung. Eine Biopsie wurde empfohlen,

von einem Arzt auch angeordnet und von der Haftanstalt genehmigt. Doch

wieder geschah Wochen lang nichts – bis heute. Diese ständige

Verschleppung von Bluttest, Diagnose und Behandlung ist – zumal bei

einer Krankheit wie Krebs — inakzeptabel und eine Verletzung der

medizinischen Sorgfaltspflicht. Bitte appellieren Sie daher in höflich

formulierten Briefen, Faxen, per E-Mail oder Telefon an die

US-Regierung. Sie soll alles in ihrer Macht stehende tun, um den

Bürgerrechtler unverzüglich in die Mayo-Klinik zu verlegen und ihm so

die notwendige medizinische Betreuung zu ermöglichen. Anders als im

Gefängnis sind dort die medizinischen Voraussetzungen für eine

fachärztliche Behandlung gegeben.

Nach Angaben des LPDOC sind „reale“ Briefe besonders wirkungsvoll. Wenn

es Ihnen möglich ist, schreiben Sie daher bitte individuelle höflich und

sachlich formulierte Briefe oder drucken Sie unseren Musterappell aus

und versenden Sie ihn per Post oder Fax oder rufen sie an. Vergessen Sie

nicht, sich dabei auf Peltiers Registriernummer „Leonard Peltier

#89637-132“ zu beziehen ….

Die Adresse:

The White House

President Barack Obama

1600 Pennsylvania Avenue

Washington, DC  20500

USA

Beschwerdetelefon:001202-456-1111

Fax: 001 202-456-2461

E-Mail: president@whitehouse.gov

Web Form: http://www.whitehouse.gov/contact

Musterbrief

Dear Mr. President,

I am writing to you today to express my deep concern about the state of

health of Mr. Leonard Peltier, federal prisoner #89637-132, currently

detained at USP Lewisburg. Mr. Peltier, who turned 66 in September 2010,

has exhibited symptoms of prostate cancer for over a year. But it needed

months of pressure by attorneys until he finally underwent blood tests

in June 2010. Those results were not made available until early November

2010. A biopsy was indicated which was ordered by a physician and

approved by the prison. However, the biopsy has not been performed. The

delay in testing, diagnosis, and treatment is unacceptable and

constitutes medical neglect. In accordance with the above mentioned

arguments, I hereby strongly urge you to see to it that Mr. Peltier will

be transferred to the Mayo Clinic without further delay.

Furthermore, I urgently ask you to grant Executive Clemency to Mr.

Peltier. I truly believe that Mr. Peltier was wrongfully convicted for

the 1975 killing by shooting of two Federal Bureau of Investigation

agents. U.S. prosecutors have repeatedly acknowledged that they did not

and cannot prove Peltier’s guilt and the appellate courts have cited

numerous instances of investigative and prosecutorial misconduct in this

case. Evidence was withheld and witnesses were intimidated.

Sincerely

Freie Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Präsident,

Ich schreibe Ihnen, weil ich sehr besorgt bin über den

Gesundheitszustand von Mr. Leonard Peltier, Bundesgefangener #89637-132,

der zurzeit im US-Gefängnis Lewisburg einsitzt. Mr. Peltier, der im

September 2010 seinen 66. Geburtstag hatte, leidet seit mehr als einem

Jahr unter Symptomen von Prostatakrebs. Erst nachdem Anwälte Monate lang

Druck ausgeübt hatten wurden im Juni 2010 entsprechende Bluttests

durchgeführt. Erst Anfang November wurden deren Ergebnisse bekannt. Eine

darin empfohlene Biopsie wurde von einem Arzt angeordnet und dies wurde

vom Gefängnis bestätigt. Dennoch wurde die Biopsie bislang nicht

durchgeführt. Diese Verzögerungen bei Bluttest, Diagnose und Behandlung

ist nicht akzeptabel und verletzt die ärztliche Sorgfaltspflicht. Ich

bitte Sie daher eindringlich dafür zu sorgen, dass Mr. Peltier ohne

umgehend in die Mayo-Klinik verlegt wird.

Darüber hinaus fordere ich Sie eindringlich auf, Mr. Peltier zu

begnadigen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass er zu unrecht für den

Tod zweier FBI-Agenten verurteilt wurde, die 1975 während einer

Schießerei zu Tode kamen. Mehrfach haben Staatsanwälte zugegeben, dass

sie Peltiers Schuld nicht nachgewiesen haben und auch nicht nachweisen

können. Appellationsgerichte haben mehrere Beispiele für Amtsmissbrauch

bei der Ermittlung und Strafverfolgung in seinem Fall angeführt.

Entlastungsbeweise wurden zurückgehalten, Zeugen wurden eingeschüchtert.

Hochachtungsvoll

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Bitte schickt diese Email an alle Freunde, Bekannten, Nachbarn, KollegInnen, Initiativen usw. Die Email- und Anrufaktion am 6.2.2011 muss ein voller Erfolg werden

In  the spirit of freedom & justice

Free Leonard Peltier – now