Siebtes und letztes deutsch-indianisches Jugendbegegnungsprojekt vom 24.7. – 7.8.2017 in Pine Ridge

5. Juli 2017

Seit 2004 veranstalten die Offenbacher  Jugendamtsmitarbeiter und gleichzeitigen Tokata-LPSG RheinMain-Gründer Claudia Weigmann-Koch und Michael Koch deutsch-indianische Jugendkulturbegegnungsprojekte durch. Die Idee entstand ursprünglich bei einem Gespräch mit James (Jim) Robideau, einem Cousin Leonard Peltiers und Bob Robideaus. Robideau, früherer AIM –  Aktivist und lange Zeit in der Pine Ridge Reservation als Sozialarbeiter tätig, und den beiden Obengenannten, bei  der am 1.Mai 2001 sich die  drei über die musikpädagogische Jugendarbeitspraxis in Offenbach unterhielten. Robideau, ziemlich beeindruckt: „So etwas bräuchten wir im Rez, aber wir haben für Instrumente und Anlagen einfach kein Geld.“  Doch die Idee war geboren und deutschlandweit sammelte seinerzeit LPSG RheinMain Istrumente, Geld, Musikzubehör. Bei einer Reise 2002 trafen sie dann in Pine Ridge auf Leatrice Big Crow, Leiterin eines Jugendzentrums, die die Idee hatte die Spendenaktion doch mit dem Besuch einer deutschen Jugendgruppe zu verbinden. Zwei Jahre später war es dann soweit. Gemeinsam mit Arbeit und Leben Hessen, dem Jugendamt Offenbach (Jugendkulturbüro) und Tokata-LPSG RheinMain und unterstützt durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes sowie Solikonzerten von Louisiana Red und Canned Heat sowie zahlreichen weiteren Spenden fand 2004 das erste Projekt in der Pine Ridge Reservation statt. 2006, 2010, 2012, 2014 und 2017 folgten hier weitere Projekte. 2008 fand ein analoges Projekt in der Navajo-Reservation statt. Außerdem gab es auch Einladungen indianischer Jugendlicher sowie indianischer Musiker nach Offenbach.

Die Projekte stellen für die deutschen Jugendlichen ein echtes Erlebnismarathon dar. Neben der Begegnung mit  indianischen Jugendlichen und Stammesmitgliedern der Oglala Lakota resp. Navajo, neben den gemeinsamen Musik- und Medienworkshops, gibt es Outdoor-Exkursionen, Native American artcraft Workshops, politische und ökologische Bildung an 16 (seit 2012 an 15) Tagen rund um die Uhr. Insgesamt haben 100 deutsch Teilnehmer an den Projekten in den USA teilgenommen. Für viele haben diese Tage tiefe Spuren in den Erinnerungen hinterlassen. Viele blieben indigenen Angelegenheiten seit dem stark verbunden.  Nun findet das letzte dieser Projekte statt. „Die Projekte sind extrem anstrengend bei 18 Stunden je Tag, dies bei extremer Hitze, anspruchsvollen Outdoortouren durch Gebirge und wüstenähnliche Einöden. Da bin ich langsam zu alt dafür,“ so schmunzelnd Koch. Aber es sind vor allem finanzielle und inhaltliche Gründe, die zum Umdenken bewegen. „Wir müssen den bisherigen Geldgebern und politischen Verantwortlichen dankbar ein für dreizehn Jahre Förderung. Doch die Kosten steigen immer mehr und auch inhaltlich gilt es sich neu zu orientieren. Überall nehmen reaktionäre Denkweisen zu. Internationale Jugendbegegnungen, vor allem wenn sie kreativ-kulturelle Projekte sind, bieten da kleine Gegenerfahrung$smöglichkeiten. Es ist Zeit aufgrund aktueller Zuspitzungen hier die Hände Richtung Osteuropa und den Nahen Osten auszustrecken, um dort junge Menschen zu stärken, denen Menschenrechte, Frieden und Demokratie nicht gleichgültig sind.“ so nochmals Koch.

Im Laufe der dreizehn Jahre konnten in die Pine Ridge Reservation, die Navajo- und Menominee-Reservation Instrumente und Musikzubehör für über 60.000,–$ gespendet werden. Nochmals an die 10.000,–$ gingen an indianische Radiostationen, Jugend- und Schulprojekte. All dies ging nur durch die großartige Unterstützung durch engagierte Spender*innen und engagierte Musiker, die diese Arbeit all die Jahre unterstützten.

Hierfür danken die Tokata-LPSG-Ehrenamtlichen. Aktuell läuft hierfür nochmals ein Spendenaufruf.

 

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